Verti Music Hall

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Die neueste Konzerthalle Berlins, die Verti Music Hall liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Mercedes-Benz Arena in Berlin-Friedrichshain und wurde offiziell am 13. Oktober 2018 gemeinsam mit dem Mercedes-Platz eröffnet. Defacto gab es jedoch das erste Konzert schon am Vorabend 12. Oktober 2018 mit Jack White (Vorgruppe: Gewalt). Zu den folgenden Veranstaltung-Highlights in der neuen Halle gehörte unter Anderem ein Konzert der Manfred Mann's Earth Band am 22. Oktober 2018. Mindestens sechs Mal - nämlich bei den Konzerten mit Jack White bzw. Bob Dylan - war die Verti Music Hall handyfreie Zone. Zu den Begleitumständen siehe 3. Link. Eine Bestandsaufnahme nach ein-jährigem Betrieb nahm der ROLLING STONE vor, anlässlich der im November 2019 dort realisierten erstmaligen Vergabe des International Music Award.

Weblinks[Bearbeiten]


Konzerte in der Verti Music Hall[Bearbeiten]

Es werden 33 Einträge sortiert nach Namen für die Verti Music Hall gefunden:[Bearbeiten]

Erinnerungen[Bearbeiten]

Erste (von inzwischen fünf) Erfahrungen (Oktober 2018)

Es war niemand geringerer als JACK WHITE, dem es vorbehalten war, die neue Spielstätte zu eröffnen (wenn man die Vorgruppe GEWALT mal "vergisst"). Das Ambiente auf dem Vorplatz mit unheimlich viel Neon-Licht in großflächigem Reklame-Flackern und die unmittelbare Nachbarschaft zur Mehrzweckhalle, die sich zunächst nach einem Telefonanbieter, aktuell nach einem Autohersteller benennen liess, war schon beeindruckend - auch wenn manches davon vielleicht dem unmittelbar bevorstehenden Eröffnungsrummel und dem am gleichen Abend angesetzten Sportevent in eben genannter Halle zuzuschreiben war. Erste Ernüchterung folgte aufgrund der Schlangen beim Einlass. Drinnen strahlt der Bau ziemlich viel nackten Beton-Charme aus. Unten gibt es massig Stehplätze, in der Mitte einen Rang, der mit seiner lockeren Bestuhlung wohl sowas wie einen Möchtegern-VIP-Charakter ausstrahlen möchte und ganz oben noch eine Sitzplatztribüne. Der Grundschnitt ist eher quadratisch als rechteckig, das "Design" deutlich eher Klub als Theater / Konzertsaal. Viel Beton, viel schwarze Wandfarbe. Überraschend gut war der Sound für die Sitzplätze oben (und wenn man den Medienberichten glauben darf, offenbar auch unten). Druckvoll laut, aber nicht übersteuert oder schrill.

Macht Lust auf mehr... mal sehen, ob man es sich leisten kann. --Arno P 12:13, 11. Nov. 2018 (CET)

Zweites Erlebnis (Dezember 2018)

Für John Cale und Orchester wurde diesmal das Parkett bestuhlt; in den hinteren Parkettreihen auch die Sitzhöhe durch Podeste angehoben. Ich selbst hatte das Glück, durch Plätze in der 2. Reihe, aber am Übergang von Parkett Mitte zu Parkett links, de facto in der 1. Reihe zu sitzen, ohne Beengung der Beinfreiheit. Dennoch ergaben sich Einschränkungen im Blickfeld: Der Dirigent für das (vermutlich) 7-köpfige Streich-Orchester versperrte mir total die Sicht auf den Star des Abends, wenn dieser seinen Platz vom E-Piano zur Gitarre (bzw. dem zugehörigen Gesangsmikro wechselte), die (vermutlich 4) Bläser konnte ich vor lauter Notenständern und anderem Equipment nicht deutlich ausmachen, und dass ich im Begleitorchester einen ehemaligen Schulfreund wieder erkennen konnte, war dem Zufall geschuldet, dass mein seitlicher Sitzplatz in Kombination mit einigen Bühnen-Lautsprechern eine kleine Sichtlücke übrig ließ. Ansonsten: Der obere Rang war gesperrt und verhängt (das kenne ich auch von der namenswechselnden Mehrzweckhalle nebenan, z.B. bei Neil Young vor Jahren), wodurch einerseits vermieden wird, erkennen zu lassen, dass das Konzert offenbar nicht ausverkauft war, andererseits ein eigentümlicher optischer Eindruck bezüglich des Verhältnisses von Deckenhöhe und genutztem Raumvolumen entstand (wenn man sich denn mal so weit umdrehte).

Ach so, letztens schloss ich ja mit der mehr oder weniger provokanten Frage, ob man sich Konzerte in der Verti Music Hall leisten kann: Für den guten Sitzplatz weit vorne bezahlte ich 66 Euro. Laut Radiowerbung sollen die Preise bei 44 – 66 Euro gelegen haben. Und für 44 Euro habe ich schon (Steh-)Konzerte in fragwürdigerem Ambiente erlebt. --Arno P 13:41, 9. Dez. 2018 (CET)

Dritter Besuch (Mai 2019)

Und wieder Jack White - diesmal mit den Raconteurs. Natürlich im Parkett nicht bestuhlt und sehr gut ausverkauft. Die Vorband schon mit gutem Sound, der zum Hauptact dann noch lauter wurde. Leider auch ein wenig schrill - zumal Jacks Stimme ja selbst schon sehr hoch ist. Der Sound oben im Rang gerade noch so an der Schwelle zwischen Genuss und Ärger. Zum Konzertende wurde das Publikum aus dem Oberrang aus unerfindlichen Gründen über die Nottreppe rausgebeten - was einen sehr puristischen Beton-Charme der Nottreppe offenbarte (vermutlich sollten die Besucherströme zwischen 1. Rang + Parkett und des Oberrangs getrennt werden ?) Wie auch schon beim Eröffnungskonzert: Jack White legt offenbar Wert auf ein Publikum ohne massenhafte Handy-Aufnahmen, weshalb beim Einlass wieder die Handys in verschlossene Extra-Taschen eingetütet wurden. Das behinderte bei der Suche nach dem eigenen Sitzplatz, weil die Taschenlampenfunktion damit auch wegfiel. Aber ein Konzert ohne massig hochgehaltene Handys für (meist zweifelhafte) You Tube-Aufnahmen ist durchaus reizvoll! Und weil ich ja in den vorherigen Einträgen auch immer die Preise erwähnte: Für knapp 45 Euro waren die Sitzplätze oben zu bekommen. --Arno P 01:36, 31. Mai 2019 (CEST)

Viertes Konzert (Oktober 2019)

THE MUSICAL BOX als GENESIS-Cover-Band aus Kanada wollten ein fiktives Set spielen – im Sinne von: Was wäre, wenn Genesis in der alten Formation mit Material von 1970 bis 1977 auf Tour gingen?...

Angesichts der teils konzertanten und ruhigeren Stücke war es durchaus okay, dass das Parkett bestuhlt wurde. Dennoch war die Halle bei weitem nicht ausverkauft – im Gegenteil: 15 Minuten vor Showbeginn musste man fürchten, dass nicht mal 100 Leute zuschauen wollten. Dank des eingeschworenen Fan-Kreises um das IT-Forum, das offenbar über den Veranstalter die zentralen Parkettplätze blocken konnte, füllte sich dann kurz vor Konzertbeginn doch wenigstens die vordere Hälfte des Parketts. Aber insgesamt war wohl eine deutlich zu große Halle gebucht worden. Im hinteren Parkett saßen kaum 30 Leute und die Ränge waren leer. Und diesmal war der Rang nicht verhängt, wie voriges Jahr bei JOHN CALE. Angesichts der Preise von um die 80 Euro für die Parkettplätze kann man trefflich spekulieren, welche Abhängigkeiten da bestehen …

Der Sound war okay. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Bass und auch mehr Lautstärke gewünscht. Dass bei den wenigen Zuschauer*innen dennoch Warteschlangen an den Getränkeständen entstanden, nervte. Und 6 €uro für ein 0,5er Weizenbier aus der Flasche ist ja glatt ne Empfehlung für den Alkohol-Entzug ;-((

--Arno P 22:01, 31. Okt. 2019 (CET)

Fünftes Erlebnis (März 2022)

Steve Hackett: Nach zweimaliger Terminverschiebung und zusätzlichem Ortswechsel fand endlich das ursprünglich für 2020 angekündigte Konzert statt. Es war nicht ausverkauft; der Oberrang blieb fast ganz leer. Unter den anhaltenden Corona-Bedingungen gab es eine durchgängige Maskenauflage bis einschließlich der nummerierten Sitzplätze. Andererseits war die Bestuhlung auch im höherpreisigen Segment (Parkett 2. Reihe) so eng, dass durchgängiger Schulterkontakt zum Nachbarn garantiert war. Zur Einstimmung gab es eine Berieselung mit Hacketts eigenen Songs aus den letzteren Jahren. Kurz nach 20 Uhr wurde dann fast pünktlich angefangen. Gemäß der von Steve kurz vorgetragenen Begrüßung kamen zunächst ca. 30 Minuten lang alte Songs aus seiner frühen Solophase, dann 30 Min. Pause, der dann knapp 2 Stunden lang das komplette „Seconds out“-Album folgte. Die von der Doppel-LP bekannte Kombination von „Dance on a volcano“ und „Los Endos“ wurde hier als abgesetzte Zugabe gegeben. Die Band bestand aus 2 Keyboardern, von denen einer auch verschiedene Blasinstrumente bediente; zumeist ein Saxophon, aber auch Klarinette, Quer- und Piccoloflöte; ein Bassist, der auch Melodie- und Rhythmusgitarre spielte, darunter auch eine doppelhalsige Zwölfsaiter- und Bass-Kombination, einem Drummer, einem Sänger und natürlich Steve Hackett. „Seconds out“ wurde in der originalen Titelreihenfolge und relativ originalgetreu gespielt. Nur dass jetzt auch Saxophon und Klarinette integriert wurden. Was ja schon damals bei Genesis auffiel, dass die Sounds / Klangfarben von Keyboard, Gitarre und Flöte mitunter kaum zu unterscheiden ineinander übergingen, war nun zum Teil auch bei Saxophon und Klarinette zu hören. Ausgerechnet beim von mir am wenigsten geschätzten Stück „I know what I like“ gabs die größte Abweichung von den so oft gehörten Originalen: eine Aufeinanderfolge / Kombination von Saxophon- und Steves Gitarrensolo; während der Drummer sein Solo später in der Zugabe unterbrachte (allein und deutlich länger als auf der Live-LP damals). Der Sound war für meine Verhältnisse gut und kräftig. Auf meinem Platz mittig in der 2. Reihe war mitunter der direkte Klang von Steves Monitorbox deutlicher vernehmbar, als das Klanggemisch aus den doch weiter weg stehenden Boxentürmen. --Arno P 6. April 2022