Silly
1977 gegründet war die Band zunächst als Familie Silly - durchaus erfolgreich - eher als Spaß-Rock-Band unterwegs („Ich bin der letzte Kunde“) und orientierte sich auch am NDW-Trend. Der äußere Eindruck wurde von Beginn an durch die charismatische Sängerin Tamara Danz geprägt. Um 1982 erfolgte die Namensreduzierung auf Silly. Neben eigenen Texten arbeitete Silly mit denen von Kurt Demmler, Werner Karma und Gerhard Gundermann. Ab Mitte der 1980er Jahre zählte die Band zu den etablierteren in der DDR und war – ähnlich wie Pankow – dennoch weithin auch in kritischeren Kreisen anerkannt.
Ab 1979 durfte Silly im westlichen Ausland auftreten; beginnend im norwegischen Kristiansand - doch in den Folgejahren gab es Schwierigkeiten.[1] Erst ab 1986 konnte Silly dann auch in der BRD und in West-Berlin auftreten. In der Friedlichen Revolution 1989 zählte Silly zu den Aktivisten, die u. a. mit der sogenannten Rockerresolution auf den dringenden Veränderungsbedarf in der Gesellschaft hinwiesen. Auch traten sie vor der Stasi-Zentrale auf, als es im Spätsommer 1990 darum ging, die Frage des Zugangs zu den Stasi-Akten noch in den Einigungsvertrag mit aufzunehmen.
Silly konnten in der DDR mehrere LP veröffentlichen, die auch im Westen Aufmerksamkeit fanden; zum Teil sogar dort produziert / aufgenommen wurden. Der Mauerfall brachte für Silly etliche Herausforderungen mit sich. Dennoch erschienen in den 1990ern mehrere Alben. Doch Tamara Danz starb 1996 mit nur 43 Jahren an Brustkrebs. Nach einer Schockpause und entsprechender Bedenkzeit (2005 starb auch Herbert Junck an Krebs) erfolgte mit Anna Loos als neuer Sängerin ein durchaus erfolgreicher Neustart. Auch aus dieser Phase resultierten mehrere Plattenaufnahmen. Doch 2018 trennte sich Anna Loos von der Band und für die Auftritte ab 2019 wurden AnNa R. und Julia Neigel gewonnen. Leider verstarb AnNa R. überraschend im März 2025.
Für Live-Auftritte werden sie unterstützt von Schlagzeuger Ronny Dehn und Hassbeckers Sohn Daniel an den Tasteninstrumenten. Zusätzlich wurde Toni Krahl als Gastsänger gewonnen. Seit 2023 ist Toni Krahl festes Bandmitglied.
| Silly | |
|---|---|
| Gründung | 1977 Ost-Berlin |
| Genre | Rock |
| Discografie | Silly bei Discogs (englisch) |
| Gründungsmitglieder | |
| Gesang | Tamara Danz (bis 1996 †) |
| Gitarre | Thomas Fritzsching (bis 1994) |
| Bass | Mathias Schramm (bis 1987, † 2007) |
| Keyboard | Ulrich/Ulli Mann (bis 1982) |
| Keyboard | Manfred Kusno (bis 1982) |
| Schlagzeug | Michael Schafmeier (bis 1984, † 2020) |
| Aktuelle Besetzung | |
| Keyboard | Ritchie Barton (seit 1982) |
| Gitarre, Violine | Uwe Hassbecker (seit 1986) |
| Bass | Jäcki Reznicek (seit 1987) |
| Gesang | Julia Neigel (seit 2019) |
| Gesang | Toni Krahl (seit 2023) |
| Ehemalige Mitglieder | |
| Gesang | Anna Loos (2006–2018) |
| Schlagzeug | Herbert Junck (1984–2005 †) |
| Gesang | AnNa R. (seit 2019; † März 2025) |
Berliner Konzerte mit Silly[Bearbeiten]
Es werden 40 Einträge für Silly gefunden:[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Silly - Webseite
- Silly bei Wikipedia
- Silly bei Ostbeatmusiker (zur Nachverfolgung von Mitgliederwechseln)
- Julia Neigel - Webseite
- Ronny Dehn - Webseite
- Daniel Hassbecker bei Instagramm
Literatur[Bearbeiten]
- Rocklexikon der DDR, 2. Auflage, S. 270 ff.; 3. Aufl., S. 295 f.
- Fritzsching: Die geklaute Band.
- Leitner: Rockszene DDR, S. 453.
- Lindner: DDR Rock & Pop. S. 119 ff.
- Osang: Tamara Danz.
- Rauhut: Raus aus der Spur.
Anmerkung[Bearbeiten]
- ↑ Siehe Rauhut: Raus aus der Spur, S. 41.