Heideschlößchen

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Das Heideschlößchen befand sich im Birkenweg 25 in Spandau-Hakenfelde. Bis zur endgültigen Schließung hieß die Gaststätte Heideschloss. Heute befindet sich dort eine Kindertagesstätte.

Konzerte im Heideschlößchen[Bearbeiten]


The Esquires 1965-66 im Heideschloss[Bearbeiten]

Oktober-November 1965 und Mai-Juni 1966, der größte Esquires-Erfolg[Bearbeiten]

The Esquires traten vor allem an den Wochenenden im Oktober-November 1965 und Mai-Juni 1966 im Heideschloss auf. Hier hatte die Band ihre größten Erfolge unter all ihren Auftritten in Gaststätten, Jugendheimen und Wettbewerben. Der häufige Erfolg in Gaststätten mit besonders jugendlichem Publikum war im Heideschloss am stärksten. Eine Rolle spielten vielleicht auch persönliche Beziehungen.

Der Esquires-Bassist[Bearbeiten]

Einmal kam der Esquires-Bassgitarrist, damals etwas älter als die übrigen Bandmitglieder - Mitte 20 und Student -, aus der Heideschlossgegend. Er kannte viele Stammgäste und sie ihn, und vielleicht vor allem, weil er Jugendboxmeister gewesen war.

Der Esquires-Schlagzeuger[Bearbeiten]

Dann hatte der Esquires-Schlagzeuger zwei persönliche Kontakte zum Heideschloss. Einmal traf er mitten im Publikum einen Freund aus seiner Kindheit wieder, der inzwischen in der Gegend des Heideschlosses wohnte und dort Stammgast war. Die gegenseitige Freude darüber war groß.

Weiterhin hatte schon der Vater des Esquires-Schlagzeugers Jahre vorher im Heideschloss gespielt, allerdings mit Tanzcombo. Das Heideschloss war somit ein etabliertes Tanzlokal gewesen. Eines Tages und während Auftritts kam ‚Papa Faust‘, der Heideschlosswirt, auf die Esquires mit einem Foto zu, darauf der Vater des Esquire-Schlagzeugers mit Akkordeon, weiterhin ein Gitarrist/Sänger, und Schlagzeug höchstens: Becken und kleine Trommel mit Besen. Herr Faust sagte dann, und das sagte er öfters, „Naja, die Musik wird mal wieder so und normal“. Er hatte mit der damaligen Zeit gehen und statt deutschen Schlagern sowie Tanzmusik nun Beatbands wie The Esquires nehmen müssen.

Die Esquires-Musik[Bearbeiten]

Abgesehen sicher von der Esquires-Musik führte das alles mit zur Akzeptanz von The Esquires durch das Publikum, ja sogar mehr noch, die Band hatte im Heideschloss sogar fast nur Fans.

Fußballweltmeisterschaft 1966, Deutschland-England[Bearbeiten]

Deutsche und englische Fußballfans im vollbesetzten Heideschloss[Bearbeiten]

Ein besonderer Einzelauftritt ergab sich im Heideschloss noch nach den oben genannten vier Monaten, genau am Samstagabend, den 30. Juli 1966, nach dem berühmt-berüchtigten Endspiel am Nachmittag, nämlich der Fußballweltmeisterschaft 1966, Deutschland-England: als eine der angeblichen deutsch-britischen Schlägereien im Heideschloss der 1960er quasi in der Luft lag. Einerseits war es eine große Ehre, an so einem Tag als Band im vollbesetzten Heideschloss aufzutreten. Andererseits war es ein Beispiel, dass große Anspannung zwischen zwei Lagern im Publikum nicht eskalieren muss, hier zwischen deutschen und englischen Fans angesichts des von Deutschland verlorenen und in Deutschland umstrittenen Endspiels der Fußballweltmeisterschaft 1966 gegenüber England.

Angebliche deutsch-britische Schlägereien im Heideschloss und Fußballweltmeisterschaft 1966[Bearbeiten]

In älteren Internettexten wurden immer wieder Schlägereien erwähnt zwischen deutschem Publikum und britischen Soldaten, die auch im Heideschloss verkehrten. The Esquires konnten während ihrer Auftritte im Heideschloss 1965-66 solch deutsch-britische Schlägereien nicht bestätigen. Aber zufällig spielten The Esquires eben an dem Samstag des Finales der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 im von Deutschen und Briten gefüllten 'Heideschloss', in einer recht brenzligen Situation, und zwar eben nachdem man das berühmt-berüchtigte Tor der deutschen Nationalmannschaft in jenem Endspiel nicht anerkannt hatte. England wurde letztlich durch ein 4:2 Fußballweltmeister 1966, und die deutsche Fußballwelt war sehr frustriert: auch im 'Heideschloss'.

Das 'Heideschloss' war am Abend jenes hochsommerlichen Samstags von Publikum nahezu ueberfüllt, fast je zur Hälfte von Deutschen und britischen Soldaten. Die Stimmung war äußerst angespannt. In der ersten Spielpause von The Esquires herrschte so etwas wie knisternde Stille an den Tischen, bis plötzlich an einem Tisch ein Deutscher und ein Brite aufsprangen und sich so eng gegenüber stellten, fast wie zwei Cowboys, die sich gleich duellieren. Ein zuerst leiser Streit beider um jenes Tor war eskaliert und nun schwiegen beide sich bedrohlich an, weiter passierte zum Glück aber nichts. Am Ende der Pause hatten, fast unbemerkt und wie auch immer, alle britischen Soldaten das Heideschloss verlassen. Und wenn es da nicht zur Schlägerei gekommen war: wann dann?

Insofern lassen sich jene behaupteten Schlägereien zwischen deutschem Publikum und britischen Soldaten keineswegs bestätigen.

Wirkliche Massenschlägereien[Bearbeiten]

Allerdings erlebten The Esquires eine heftige Massenschlägerei unter nur deutschem Publikum mit. Ein sonst seltener Gast hatte wohl gegenüber einem Stammgast des Heideschlosses 'den Mund zu weit aufgerissen'. Etliche Stammgäste trugen schwarze Lederjacken, um ihre Zusammengehoerigkeit zu demonstrieren, und damit war eigentlich jeder zu wagemutige 'Fremdling' gewarnt. Die Schlägerei setzte sich dann fort in der Umgebung rund um das Heideschloss, einer eigentlich ruhigen Gartenstadt. Die war auf das Heideschloss als Auftrittsstätte fuer Beatbands sowieso nicht gut zu sprechen. Der damalige Heideschloss-Wirt, gewissermaßen 'Papa Faust', d. h. sehr väterlich, aber in Gelddingen knallhart zu den meist sehr jungen Beatbandmitgliedern, erhielt sogleich die amtliche Androhung, seine Lizenz zu verlieren, sollte noch einmal eine Schlägerei, besonders jenen Ausmaßes, passieren.

Unbeteiligt an jener Massenschlägerei konnten The Esquires ihren Auftritt spielen und hatten quasi Rückendeckung dadurch, dass nicht nur ein Esquires-Mitglied (siehe oben) etliche Stammgäste sehr gut kannte.

Im Übrigen eröffenete das 'Heideschloss' völlig neu wieder vor ein paar Jahren, ist aber seit April 2017 für immer geschlossen. Die Domain heideschloss.de steht nun seit 2017 zum Verkauf.

Foto und Video[Bearbeiten]

Birkenweg, 'Wildflowers' 25.04.2015[Bearbeiten]

Der Birkenweg 25 in Spandau-Hakenfelde, Standort des ehemaligen 'Heideschlösschens' und heutigen, inzwischen wieder geschlossenen 'Heideschlosses', liegt in einer recht ruhigen Gartenstadt-Umgebung [1].

Wildflowers, "Es Geht Mir Gut", 25.04.2015, im wieder eröffneten 'Heideschloss', Berlin-Spandau, bevor es erneut und nun endgültig schloss.

Erinnerung zum Saal, oben, in dem früher die Bands spielten[Bearbeiten]

Zum Beispiel ganz am Anfang des obigen Videos erkennt man einen Durchgang mit Bogen zum seitlich-hinteren Nebenraum der früher so genannten 'Gaststube' des 'Heideschlosses'. Die war im Erdgeschoss (quasi, wenn man 'rein kam'). Und Bands früher, etwa in den 1960ern wie The Esquires, spielten im Saal im Obergeschoss. Zu dem führte eine Treppe gegenüber jenes Durchgangs mit Bogen hoch. Während die 'Wildflowers' im Video wohl an der Fensterfront (der 'Gaststube', vermutlich gegenüber der Theke) spielen, war die Buehne bzw das Podest/Podium der Bands im Saal damals an der Wand gegenüber der Fensterfront (zum Birkenweg).

Die Lautsstärke ging durch die damals wohl nicht extra geschützten Fenster voll auf den Birkenweg und die umgebende, sonst ruhige Wohngegend ('Gartenstadt', erbaut um den Ersten Weltkrieg). Bühne bzw Podest/Podium und Fensterfront waren die 'Breitseite' des Saales. Akustisch besser, auch die Lautstärke besser im Griff zu halten, wäre für Bands vielleicht gewesen, von einer schmalen Seite her, also in die Saaltiefe zu spielen. Allerdings war der Saal ohnehin nicht sehr groß.

Die Hitze im Saal entwickelte sich, warum auch immer, besonders in heißen Sommermonaten so stark, dass eine Band unter Umständen ihre ganze Gage 'versoff', um den Hitzedurst zu stillen und gewissermaßen so den Auftritt zu überstehen. Und Fenster öffnen, frische, eventuell etwas kühlende Luft einzulassen, konnte man nur in den Pausen, wenn die Band nicht spielte.

Fotos zum 'Heideschloss',[Bearbeiten]

seine Umgebung und Ansicht, Innenräume, usw., wie es sich bis heute teilweise kaum verändert hat: [2]:

  • S. 7: Heideschloss 1918
  • S. 21: Weihnachtszeit. Treppe zum oberen Saal. Eingang. Eckhaus
  • S. 25: Eingangsbereich
  • S. 26: Straßenzeile (Birkenweg)
  • S. 30: Siedlungsfest 2006
  • S. 33: Eckhaus (Tag 2008, Nacht 2012-16)
  • S. 34: Gaststube (1955). Oberer Saal (1955)