Erinnerungen Arno P

Aus Rockinberlin
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Konzerte[Bearbeiten]

Konzert Erinnerungen Ort
4. Februar 1987 Lutz Kerschowski, Blankenfelder Boogie-Band (und beinah Udo Lindenberg)

Im Jugendklubhaus Langhansstraße ist ein Doppelkonzert angesagt: Lutz Kerschowski mit seiner Band und sein Neben-Projekt mit der Blankenfelder Boogie-Band. Nach langem Anstehen und dem Bezahlen von 100 Prozent Aufschlag (10 statt 5 DDR-Mark) komme ich rein - 20 Minuten nachdem es schon angefangen haben sollte. Aber es tut sich auch weitere 20 Minuten nicht viel. Dann, um 20:1o Uhr (statt 19:3o Uhr) legt Kerschowski los. Eine gute Stunde lang. Ich steh’ fast ganz vorn.

Umbaupause. Kurz vor deren Ende entsteht hinter mir Gerangel. Leute drängen nach vorn und ich erkenne die Ordner, die erst am Eingang standen. Auf einmal Schreie. Ich guck’ nach vorn, aber nichts bewegt sich. Dann stürmen auf einmal 6-8 Ordner auf die Bühne, das Gekreisch hält an, und „geschützt“ von den Ordnern besteigt Udo Lindenberg kurz die Bühne … um hinter den Kulissen zu verschwinden.

Sofort fängt die Gerüchteküche an zu brodeln. Vor mir die Mädchen kennen den Boxentechniker und der verrät, dass es wirklich Udo Lindenberg sei und er auch ein Lied spielen würde. Ein Ordner kommt freudestrahlend hinter der Bühne hervor, eine Bildpostkarte in der Hand, auf der ich wieder Udo Lindenberg erkenne.

Dann beginnt das Konzert der Blankenfelder Boogie-Band. Sie spielt eine Stunde. Es folgen Zugaben, aber kein Udo. Die Bühne wird dunkel, der Zuschauerraum hell. Die Besucher*innen zerstreuen sich. Ich beobachte Leute, die mit Personen aus dem Kerschowski-Umfeld reden. Gerüchte: Es müsse erst etwas leerer werden, dann würde Udo kommen. Ich warte, bis nur noch ca. 20-30 Leute da sind, die Bühne ist schon fast abgeräumt – nix. Was war das denn? (Rekonstruiert aus damaligen Kalendernotizen)


20 Jahre später arbeite ich in der Stasi-Unterlagen-Behörde und zufällig gerät mir ein Bericht über die Beobachtung des privat nach Ost-Berlin eingereisten Udo Lindenberg in die Hände:

„ ... in der Zeit von 20:49 bis 21:43 hielten sich Lindenberg, XXX sowie die männliche Person im Jugendklub in der Langhansstraße 23, Berlin 1120 und von 21:49 bis 23:32 im „Zentralen Klub der Gewerkschaft Kunst / Möwe“ in der Hermann-Matern-Straße 18, Berlin 1040 auf. ...“ [MfS ZOS 1826 Bl. 61]. Mehr hat offenbar auch der Zentrale Operativstab der Stasi nicht für notierenswert gehalten. Schade. Eine andere Stasi-Hauptabteilung informierte nur über den Besuch in der "Möwe" - siehe Anlage.

PS: Laut Stasi soll Udo also in nur sechs Minuten vom Jugendklub Langhansstraße bis zur Möwe gefahren sein – Respekt! Heutige Routenplaner rechnen mit 15 Minuten…
-- --Arno P (Diskussion) 22:13, 18. Jan. 2021 (CET)

Jugendklub Langhansstraße
4. Juli 2022 Jack White

Das Vorprogramm bot eine belgische Garage Rock Band: Sons. Für sie war nur der vordere Bühnenstreifen frei gelassen worden; durchgängig und nahezu statisch getaucht in rotes Licht, nach hinten begrenzt durch den die Hauptbühne verdeckenden Vorhang. Aufgereiht in nahezu gleichberechtigter Linie agierten 4 Männer: 2 Gitarren, 1 Bass, 1 Schlagzeug – wobei sich der Bassist am bewegungsfreudigsten erwies. Es gab einen lauten druckvollen, überraschend guten Sound, bei dem das Schlagzeug offenbar bewusst dominant präsentiert wurde. Zusätzlich enthielt fast jeder Titel eine ruhigere Passage, in denen die Drums - ohne in Soli auszuarten – erneut glänzten. Vom Stil her war das Rock mit Hang zum Punk mit mehreren Rhythmuswechseln, zum Teil mehrstimmigen Gesang und schrägen verzerrten Gitarren, deren Sound mitunter auch vom Keyboard hätte kommen können. Sons spielten 10 Songs in einer guten halben Stunde bis ca. 20:50 Uhr und waren ein sehr angenehmes Erlebnis. Nach der obligatorischen Umbaupause, deren Länge durch den die Bühne verdeckenden Vorhang fürs Publikum unerklärlich blieb, fing Jack White ab ca. 21:15 mit seinem Programm an. Den 1. Titel gab es nur als Schattenspiel zu sehen, doch dann hob sich der Vorhang und gab die Bühne frei, die sichtlich auf Jack zugeschnitten war: die Drums links außen, der Bass hinten, die Keyboards rechts außen, vorne mittig Jack White; zunächst in besternter Jeansjacke; nach dem Warm-Spielen dann im Shirt. Zusätzlich stand eine lebensgroße weiße Männer-Figur mit kleiner Gitarre im Hintergrund, deren Sinn sich mir nicht erschloss. [1] Komischerweise war der Sound etwas schlechter als bei der Vorband: kaum lauter, das Schlagzeug zurück-genommener, insgesamt breiiger. Gekoppelt mit den prinzipiell auf schrill gestimmten Gitarren und der markant hohen Stimme von JW war das mitunter hart an der Grenze des mit Genuss erträglichen. Optisch war der Wechsel von der Vorband zum Hauptact deutlich positiver als beim Sound. Es wechselte vielfach eine durchgängig blau-dominante Beleuchtung mit weiß-gelben Effekten – mitunter aber recht grell bis in den Oberrang blendend. Die Bühnendeko spielte mit den drei Streifen des Logos von Jacks „Third Man Records“. Hintergrund Videos zeigten wechselnde Ansichten: teils die Akteure in mehreren Segmenten, teils pure Lichteffekte, teils Naturbilder (Mond hinter Bäumen; Tiere). Die gespielten Titel stammten vmtl. überwiegend aus der aktuellen „Fear of a dawn“-CD. Schon im 1. Teil gab es auch Wechsel von Jack ans Klavier und die Akustik-/Slidegitarre bzw. des Bassisten an einen klassischen Kontrabass. Trotz gelegentlicher Beifalls-heischender Poser-Gesten raubte sich JW den verdienten Applaus selbst, in dem er fast jeden Wechsel zwischen den Titeln mit Gitarrenakkorden oder Rückkopplungen überbrückte; z.T. begleitet von zusätzlichem Schlagzeugeinsatz. Als Zugabe gab es vier Titel, darunter das bekannte Steady, As She Goes und als Abräumer dann natürlich Seven Nation Army.

Und sonst: Das Konzert war so gut wie ausverkauft, die Location wieder handyfreie Zone und das Bier recht teuer: Pils vom Hahn für 12,50 € je Liter (portioniert auf 5 € fürn 0,4er) bzw. 13 € fürs Flaschen-Weißbier (also 6,50 € fürn halben Liter). --Arno P 21:57, 5. Jul. 2022 (CEST)

Verti Music Hall
12. Oktober 2022 Jürgen Kerth Trio

Begonnen wurde mit einem Titel aus DDR-Zeiten: "Komm herein". Auch in der 2022er-Version war er noch als DDR-Song erkennbar (was keine Abwertung sein soll). Danach wurde es musikalisch vielfältiger: Der erwartete Bluesrock wurde ergänzt durch z.T. soulig-funkige Bassläufe und interessante Gitarrensoli; erweitert um ein paar Standards (Red House Blues, Jailhouse Rock?). Beim 2. Titel aus der DDR-Zeit gabs auch Reggae-ähnliches: "He, junge Mutti". Nach ner knappen Stunde kam ne Viertelstunde Pause und es startete das 2. Set – hier auch mit Santana-Anleihen. Der Sound war leider mäßig. Das eher minimalistische Schlagzeug war viel zu metallisch-scheppernd, die Stimme kaum zu verstehen – was nicht am Thüringer Dialekt lag. Daher war auch die Vorstellung der Mitmusiker nicht bzw. kaum zu verstehen (außer, dass am Schlagzeug ein Alexander (vmtl. Wicher?) saß. Da der Bassist auch einen Titel sang und eine gewisse Ähnlichkeit zu Jürgen Kerth nicht zu übersehen/-hören war, vermute ich hier Stefan Kerth.). Arno P 23:07, 12. Okt. 2022 (CEST)

Soda Club
6. Juni 1990 Rolling Stones

... doch kein Konzertbericht.

Vorspann: 1990. Das Jahr des totalen Umbruchs in Berlin und im deutschen Drumherum. Als gelernter OSSI habe ich schnell verstanden, dass u.a. die ZITTY eine periodisch aktualisierte Übersicht über das kulturelle Geschehen in Berlin bot. Und dann fand ich in dieser Zeitschrift das: Ein Preisausschreiben, bei dem ein [sic!] Ticket für die ROLLING STONES zu gewinnen war!?! Wenn ich es recht erinnere, ging es darum, eine eigene TOP 10 von STONES-Titeln abzugeben und zusätzlich zu erraten, wie die Liste der TOP 10 aller Zuschriften aussehen würde. Egal: Ich beteiligte mich und im Ergebnis flatterte mir ein Frei-Ticket in den Ost-Berliner Briefkasten!

Hintergründiges: Juni 1990. Es gab noch die DDR, aber die Grenzen waren offen. Doch es gab (für nur noch diesen Monat) zwei unterschiedliche Währungen und ein STONES-Ticket wäre in den damaligen Wechselverhältnissen mehr als ein Monatsgehalt gewesen… (und ich wusste, dass ich zum 1. Juli 90 arbeitslos werde). Und dann das: Ein Frei-Ticket für den Innenraum des auch von mir vorher nicht betretenen Berliner Olympiastadions. Ich war „beruflich“ gerade dabei, die Auflösung der Stasi zu kontrollieren – und dann infizierte mich der bisher so genannte „Klassenfeind“ mit einem Ticket für eine Band, die schon seit 25 Jahren ihre Sympathy for the devil proklamierte? Scheiß drauf, ich war bereit und ließ mich einfangen.

Erinnerung: Die Einlasskontrollen waren unspektakulär (das WTC stand noch). Daher hatte ich keine Probleme, zwei 1-Liter-Tetrapacks Billigwein mit in das Stadion reinzubringen. Da ich meine Bekannten, von denen ich wusste, dass sie irgendwo im Rang Sitzplatzkarten hatten, nicht fand (jaja, es gab eine Zeit vor den Handys), waren es eben jene beiden Tetrapacks, die mich zum und beim Konzert in Stimmung brachten und hielten, aber eine Beschreibung leider nicht ermöglichen. Ich stand irgendwo im 2. Drittel des Innenraums; weit weg genug, um die Gigantomie der Bühne zu erkennen, zu weit weg, um Mick oder Keith per eigenem Blick zu erkennen. Und der Rest ist glückselige Erinnerung … -- --Arno P (Diskussion) 19:21, 18. Jan. 2021 (CET) Vom Stones-Auftritt gibts 'n Vinyl-Bootleg - siehe Weblinks. Und "Blase" war auch da.

Olympia-Stadion
25. Mai 2019 Element of Crime

Pünktlich 20 Uhr betrat Sven Regener die Bühne, um selbst seine Vorband anzukündigen – eine Geste, die man selten sieht; bei ihm aber offenbar die Regel ist. Die vier Jungs von Isolation Berlin spielten dann 7 Songs in recht genau einer halben Stunde. Erkennbar deutsch-sprachig, etwas gedämpft und dumpf im Ton. Nicht uninteressant.

Dann gabs eine Viertelstunde Umbau und um 20:45 Uhr gings dann mit den Elementen los. EoC haben ja ihren eigenen unverwechselbaren Sound entwickelt, der sich dann auch durch das gesamte Konzert zog. Regener agierte wie immer als Sänger und zunächst an der Trompete, später dann auch an häufig gewechselten Gitarren. Die anderen Mitglieder der insgesamt 6-köpfigen Band (Gitarre, Bass, Blasinstrumente, Akkordeon, Schlagzeug) wurden leider nicht vorgestellt. Zum Titel „Karin, Karin“ kam eine Gastsängerin, die dann als Alexandra Regener vorgestellt – des Sängers Tochter. Mit Verlaub: Warum dieser Titel diesen Gastauftritt bekam, erschloss sich mir nicht… Das Konzert dauerte dann mit insgesamt 3 Zugaben mit je 2, 2 bzw. 3 Stücken etwas über 2 Stunden. Beitrag von Mai 2019 - --Arno P (Diskussion) 22:27, 18. Jan. 2021 (CET)

Tempodrom
27. Dezember 2019 Pugsley Buzzard

Zwei Freunde der gepflegten Unterhaltungsmusik ziehen durch den Prenzlauer Berg. Der Eine will dem Anderen nur mal kurz zeigen, wo die Kneipe ist, die der Monokel-Basser Speiche gründete und lange selbst betrieb. Es ist früher Abend. Vor dem anvisierten Haus steht eine kleine Menschentraube und just im Vorbeigehen wird die Tür aufgeschlossen und die ca. 15 Leute strömen in den Kneipenraum. Ein kurzer Blick auf den Ankündigungsmonitor: In 1,5 Stunden soll hier Pugsley Buzzard aus Australien auftreten. Wer? Keine Ahnung! Eintritt? Nö, nix! Da die (Raucher-)Kneipe urig wirkt und die Luft ja noch frisch ist, gehen wir rein, sichern uns zwei Plätze am Tresen. Derweil bauen die Musiker auf, machen um 20 Uhr einen Soundcheck, inkl. eines kompletten Titels, bis dann doch erst um 21 Uhr die eigentliche Show beginnt. Diese entpuppt sich als stark pianogeprägte Blues-/Boogie-orientierte Session mit einem mit tiefer, rauchig-krächzender, aber sympathischer Stimme vorgetragenen Gesang. Offenbar als Trio in der Besetzung Piano, Bass und Schlagzeug unterwegs, hat sich für den heutigen Abend noch kurzfristig ein Gitarrist einspannen lassen, der hier im Wiki auch schon mehrfach erwähnt ist: Waldemar "Waldi" Weiz. Die Kneipe ist inzwischen sehr gut voll (wenn auch im direkten Bereich vor der Bühne bestuhlt mit Tischen) und die Luft wird dicker. Auch angereichert mit nicht nur Tabakdüften. Nach ca. 45 Minuten betreten zwei uniformierte Polizisten die Kneipe, kämpfen sich zum hinteren Ende des Tresens durch und fordern reduzierte Lautstärke. Nach dem Ende des aktuellen Titels erreicht die Botschaft auch die Musiker, diese wird ironisierend kommentiert & scheinbar akzeptiert. Bevor der nächste Titel sich voll entfaltet, ist die Ordnungsmacht wieder draussen… Nach ca. einer Stunde Konzert gibt’s 'ne Pause, in der ein Hut für 'ne Sammlung für die Musiker durch den Saal kreist und die Freunde der gepflegten Unterhaltungsmusik ziehen weiter zum Cafe Eckstein, wo die nächste Anekdote wartet... -- --Arno P (Diskussion) 22:14, 18. Jan. 2021 (CET)

Eine nachträgliche Recherche ergab:

Pugsley Buzzard ist ein aktuell in Berlin lebender Musiker, der seine Musik als Louisiana Hoodoo Blues bezeichnet. Er wird begleitet von Tobias "Tobi" Fleischer (Bass) und dem offenbar schon mit dem German Blues Award als Bester Schlagzeuger ausgezeichneten Micha Maass. Siehe auch LINKs. Und 'ne aktuelle CD gibts auch; LIVE in Berlin aufgenommen im Mai diesen Jahres im Yorckschlößchen, zu finden auf der Micha Maass-Seite unter Shop.

Speiches Rock- und Blueskneipe
16. Juni 2009 Neil Young

Die WELT titelte: "Neil Young haut in Berlin die Beatles kaputt" und der TAGESSPIEGEL schrieb von „E-Gitarren-Gebratze, das an Brutalität seinesgleichen sucht“ (s.u.). Doch wer bei den Beatles nur an SHE LOVES YOU und bei Neil Young nur an HEART OF GOLD denkt, wird diese Schlagzeile nie verstehen. Tatsächlich arbeitete Neil sich schon früh im Konzert an A DAY IN THE LIFE ab. Dieses komplexe Stück gekoppelt mit einem Neil Young, der allein in diesem einen Stück seine Spannbreite von melodischem Lied-/Lead-Gesang zu verzerrendem Gitarrenfeedback präsentierte, offenbarte schon zu Beginn des Konzerts, dass heute der eher krachige Neil zu erwarten war. Und das bediente er dann auch. Doch das beschreiben die nachfolgend gelisteten Profi-Berichterstatter besser (Arno P. im November 2018). --Arno P (Diskussion) 22:33, 18. Jan. 2021 (CET)

O2 World
8. Dezember 2018 John Cale und Orchester

Dass das Konzert nicht ganz pünktlich begann, wird eher den draußen noch auf Einlass wartenden Besucher*innen als den Starallüren der Künstler*innen geschuldet gewesen sein. Dennoch ging es ziemlich pünktlich los: Die begleitenden Streicher*innen und Bläser stimmten sich auf ihren Kammerton a ein und kurz nach 20 Uhr kam der Star des Abends mit seiner Band auf die Bühne. Das Konzert startete mit einem Geschrammel auf den klassischen Instrumentensaiten, das einem sofort den Sound der Velvet Underground in Erinnerung rief – wenn man denn nicht als Kulturbanause meinte, die Orchestermitglieder würden nochmal ihre Instrumente stimmen ;-)

Insofern war der Erwartungsdruck, Reminiszenzen an VU-Zeiten auch zu hören, sofort eingelöst und doch gebrochen, denn es dauerte mehrere Titel, bis der Autor, der denn doch über VU-, John Cale- und Lou Reed- Platten in mittlerer 2 stelliger Summe verfügt, ein erstes Stück wieder erkannte (wofür andererseits ja JC auch bekannt ist; dass er seine Stücke durchaus auch verfremdet, verändert, …). Und der erste richtig erkennbare KLASSIKER war dann mehr oder weniger typisch WAITING FOR MY MAN, als letzter Titel vor der Zugabe… Cale trat auf in klassischer Rock-Besetzung mit Lead-Gitarre, Bass und Schlagzeug, aber ergänzt mit schon erwähntem kleinen Orchester, einer Handvoll Streicher*innen (unter denen ich überraschend einen alten Schulfreund wieder erkannte) und 3 oder 4 Blechbläsern.

Bei gutem Sound (Lead- und Bassgitarre hätten aber durchaus stärker zu hören sein dürfen, denn die Action, die der Basser vollführte, war von meinem Platz aus akustisch kaum nachzuvollziehen und die Solos des Gitarristen hätte ich gerne auch lauter vernommen, da sie überwiegend gegen den Strich gebürstet und eben nicht Melodiegitarrenhaft rüberkamen) entspann sich ein knapp 2-stündiges Konzert in einem Wechsel von Stücken, die durchaus als SONGS durchgingen, die aber immer wieder von tatsächlichen WERKEN abgelöst wurden, denen keine direkte Strophe-Refrain-Struktur zuzuordnen war, die sich langsam, mitunter infernalisch aufbauten – getragen von einer klaren Stimme Cales, die man sich fürs gleiche Alter dann auch wünscht. Er selbst saß überwiegend am E-Piano; nur für wenige Stücke wechselte er zur Gitarre und dem Gesangs-Mikrofonständer.

Die Verti Music Hall war diesmal auch im Parkett bestuhlt und unter dem anwesenden Publikumsaltersdurchschnitt fühlte ich mich als Mittfünfziger nicht falsch. Die Sitzatmosphäre trug zwar auch dazu bei, dass sich 2-3 Mal nach den Beifallsbekundungen ein paar Sekunden tatsächlicher Stille aufbauten, dennoch dürfte sich Cale willkommen gefühlt haben. Nach gut 1,5 Stunden gab‘s dann noch eine kleine Zugabe (ohne Streicher*innen und Bläser) und um 22 Uhr waren wir entlassen in die Entscheidung, ob und was aus dem angebrochenen Abend noch zu machen wäre. --Arno P 13:40, 9. Dez. 2018 (CET)

Verti Music Hall
13. März 2022 Steve Hackett Nach zweimaliger Terminverschiebung und zusätzlichem Ortswechsel fand endlich das ursprünglich für 2020 angekündigte Konzert statt. Es war nicht ausverkauft; der Oberrang blieb fast ganz leer.
Austauschticket
Unter den anhaltenden Corona-Bedingungen gab es eine durchgängige Maskenauflage bis einschließlich der nummerierten Sitzplätze. Andererseits war die Bestuhlung auch im höherpreisigen Segment (Parkett 2. Reihe) so eng, dass durchgängiger Schulterkontakt zum Nachbarn garantiert war.

Zur Einstimmung gab es eine Berieselung mit Hacketts eigenen Songs aus den letzteren Jahren. Kurz nach 20 Uhr wurde dann fast pünktlich angefangen. Gemäß der von Steve kurz vorgetragenen Begrüßung kamen zunächst ca. 30 Minuten lang alte Songs aus seiner frühen Solophase, dann 30 Min. Pause, der dann knapp 2 Stunden lang das komplette „Seconds out“-Album folgte. Die von der Doppel-LP bekannte Kombination von „Dance on a volcano“ und „Los Endos“ wurde hier als abgesetzte Zugabe gegeben. Die Band bestand aus 2 Keyboardern, von denen einer auch verschiedene Blasinstrumente bediente; zumeist ein Saxophon, aber auch Klarinette, Quer- und Piccoloflöte; ein Bassist, der auch Melodie- und Rhythmusgitarre spielte, darunter auch eine doppelhalsige Zwölfsaiter- und Bass-Kombination, einem Drummer, einem Sänger und natürlich Steve Hackett. „Seconds out“ wurde in der originalen Titelreihenfolge und relativ originalgetreu gespielt. Nur dass jetzt auch Saxophon und Klarinette integriert wurden. Was ja schon damals bei Genesis auffiel, dass die Sounds / Klangfarben von Keyboard, Gitarre und Flöte mitunter kaum zu unterscheiden ineinander übergingen, war nun zum Teil auch bei Saxophon und Klarinette zu hören. Ausgerechnet beim von mir am wenigsten geschätzten Stück „I know what I like“ gabs die größte Abweichung von den so oft gehörten Originalen: eine Aufeinanderfolge / Kombination von Saxophon- und Steves Gitarrensolo; während der Drummer sein Solo später in der Zugabe unterbrachte (allein und deutlich länger als auf der Live-LP damals). Der Sound war für meine Verhältnisse gut und kräftig. Auf meinem Platz mittig in der 2. Reihe war mitunter der direkte Klang von Steves Monitorbox deutlicher vernehmbar, als das Klanggemisch aus den doch weiter weg stehenden Boxentürmen. --Arno P 22:55, 15. Mär. 2022 (CET)

Verti Music Hall
16. September 2018 Nick Mason’s Saucerful of Secrets

Angekündigt als noch junges Projekt eines alten PINK FLOYD-Mitglieds, noch dazu mit der von vornherein bekanntgegebenen Ausrichtung auf das Œuvre der jungen PINK FLOYD, war klar, dass es hier nicht DARC SIDE OF THE MOON, WISH YOU WERE HERE oder THE WALL zu hören gäbe – was mich aber gerade umso mehr reizte! In Anbetracht des Alters des Initiators, der offenbar erst letztes Jahr seine Band zusammenstellte, und des Rezipienten (der sich bei dieser Art von Musik auch über ein SITZ-Konzert freut), ging die Form der Präsentation schon mal auf: Auch der Innenraum des TEMPODROMs war bestuhlt.

Interessant gestartet mit Klassikern wie INTERSTELLAR OVERDRIVE oder ASTRONOMY DOMINE ergaben sich dennoch ernüchternde Momente, wenn die (vermutlich chronologisch-orientierte) authentische Wiedergabe von Songs aus damaliger Zeit erkennen ließ, dass die frühen FLOYD seinerzeit offenbar (auch) auf der Suche danach waren, wo ihr Platz neben / zwischen den BEATLES und den STONES sein könnte. Einige der (zum Glück) kürzeren Songs im Set des Abends waren daher für mich verzichtbar und bedienten definitiv nicht meine FLOYD-Erwartung. Sie waren allenfalls die Präsentation damaliger Sinnsuche über psychedelisch-antike Plasma-Blasen… Insgesamt aber war es ein gut funktionierender Abend mit sauberem Sound und einer gelungenen Rückorientierung auf die 1960/70er Jahre.-- --Arno P (Diskussion) 19:24, 18. Jan. 2021 (CET)

Tempodrom
7. November 2019 Randy Hansen

Erinnerung von Arno P[Bearbeiten]

Randy Hansen erschien mit 3-köpfiger Band: Bass, Schlagzeug, Gitarre. Er selbst im Jimi Hendrix-Look: Hippieske Klamotten, Hut + Kopftuch. Die Band begann pünktlich mit einer eigenen Version von Sgt. Pepper – halt im Hendrix-Modus. Auch später gab er den Beatles noch ein paar Takte, in dem er Day Tripper intonierte.

Was man merkt: Hansen ist kein purer Imitator. Es schien, er lebt das. Zugute kommt ihm, dass er stimmlich dicht bei Jimi ist. Der Sound der Band ebenfalls dicht am Original, sehr stimmig. So dass egal war, ob Ton für Ton „echt“ nachgespielt war. Randy Hansen war sehr virtuos, was bei der niedrigen Bühne leider schlecht optisch zu verfolgen war, wenn man nicht vorne stand. Dank eines Ausflugs ins Publikum kam er dennoch bis auf einen Meter ran und spendierte in dieser Nähe ein Zungen-gespieltes Solo und per flugs gegriffenem (leeren) Bierglas auch noch den SLIDE-Effekt.

Nach 1,5 Stunden regulären Set gab es, ohne dass die Band überhaupt von der Bühne verschwand, die Zugabe: Foxy Lady. Vorher waren etliche Hendrix-Klassiker zu hören, darunter: Little wing, All along the watchtower, Voodoo chile.

Das Quasimodo war gut gefüllt; es gab aber noch Karten an der Abendkasse. Der Sound war etwas dumpf, aber akzeptabel. Direkt nach Konzert-Ende war Randy Hansen dann am Merchandising-Stand und „blockierte“ den Ausgang ;-)

--Arno P (Diskussion) 22:36, 18. Jan. 2021 (CET)

Erinnerung von Manfred Weiss[Bearbeiten]

Die Lautstärke passte, das Spieltempo war schnell und die Musiker sehr gut aufgelegt, allen voran natürlich RANDY HANSEN himself. Er wirbelte fast ununterbrochen über die Bühne, spielte mit den Zähnen und mischte sich – während des Jam back at the house – mitten in das Publikum.

Gleich nach dem zweiten Stück Hey Joe kam Stone free in einer wunderbaren, langen Version, gefolgt von Are you experienced? Im darauf folgenden Stück Fire war wieder eine Anspielung zu hören, ein Riff von Creams Sunshine of your love.

Mit Little Wing und dem folgenden Jam back at the house war meiner Meinung nach ein Höhepunkt des Konzerts erreicht, ohne die folgenden (auch) tollen Titel – darunter Who knows, All along the watchtower und natürlich Voodoo Chile – schmälern zu wollen.

Randys Spielfreude hielt an, auch nach 95 Minuten - und es gab Foxy Lady noch dazu…--Mwweiss (Diskussion) 19:49, 14. Nov. 2019 (CET)


Quasimodo
5. November 2019 Patti Smith & Tony Shanahan

Angekündigt wurden zwei Konzerte von Patti Smith und Tony Shanahan, die an besonders intimen Orten spielen sollten. Der Termin am Montag, 4. November im Pierre Boulez Saal soll auf Einladung von Daniel Barenboim zustande gekommen sein und stand unter dem Titel Erinnerung. Einen Tag später griff dann die Einladung des Berliner Bürgermeisters Müller und des Kultursenators Lederer, unter dem Motto Mauern werden einstürzen am Dienstag, 5.11.2019 in der Gethsemanekirche zu spielen. Diese beiden Berlin-Konzerte waren die einzigen Auftritte von Patti Smith in Deutschland im Jahr 2019.

Der Abend in der Gethsemanekirche unterschied sich offenbar gleich mehrfach vom Auftritt am Vortag im Pierre Boulez Saal: Soweit bisher bekannt zwar nur unwesentlich im Programm, umso deutlicher aber im Eintrittspreis (5,33 € für die Gethsemanekirche und davon 5 Euro zugunsten von Sea watch, aber 15 bis 75 Euro für den Pierre Boulez Saal) und in der Anzahl der Besucher*innen (nur 500 im Pierre Boulez Saal gegen vermutlich das Doppelte in der Kirche).

Das Konzert in Gethsemane begann mit 20-minütiger Verspätung (die u.U. den Verzögerungen beim Einlass geschuldet waren. Immerhin kam ca. 30 Minuten vor eigentlichem Beginn die Berliner Polizei vorbei und sicherte die durch die Einlass-Begehrenden zum Teil blockierte Kreuzung vor der Kirche mit ab). Patti spielte dann ein 1,5-stündiges, rein akustisches Set, begleitet von Tony Shanahan, der an einer akustischen Gitarre beginnend, zum Flügel wechselnd, auch Gesangparts übernahm.

Zur Eröffnung ertönte ein von mir unerkanntes Lied: Tony Shanahan an der 6-Saiter, Patti „nur“ mit Gesang. Das 2. Stück war besetzt wie das 1., danach griff auch Patti zur 6-Saiter und im Folgenden variierte die Besetzung zwischen ihm an Gitarre oder Flügel, ihr an der Gitarre oder „nur“ singend. Patti präsentierte mehrere längere Ansagen, zum Teil ergänzt mit Lesungen aus ihren Büchern „Just kids“ und „Year oft he monkey“. Bei den ausschließlich englisch vorgetragenen Leseteilen / Ansagen waren Widmungen zugunsten ihrer Lebensabschnittsbegleiter Robert Mapplethorpe, Sam Shepard und Fred Smith zu erkennen.

Tony Shanahan ergänzte diese Reminiszenzen mit dem Solo-Vortrag seines Lieblingsstücks aus Lou Reeds BERLIN-Album: HOW DO YOU THINK IT FEELS. Der Erinnerung an Lou Reed schloss sich Patti an, in dem sie mit Tony S. dann gemeinsam den Titel PERFECT DAY vortrug. Als weiterer Coversong folgte von Neil Young: AFTER THE GOLD RUSH. Deutlich wohlwollende Wahrnehmung des Publikums war bei DANCING BAREFOOT und gesteigert bei BECAUSE THE NIGHT zu registrieren, was allerdings zum Teil in stumpf-frenetisches Mit-Klatsch-Getue mündete. Nach ziemlich genau 90 Minuten war Schluss. Ohne sich lange bitten zu lassen, folgte dann sehr schnell die eine Zugabe: PEOPLE HAVE THE POWER, bei dem dann auch das Publikum nach vorne strömte.

Persönliches Fazit: Bis auf den allerersten Song habe ich alle anderen Titel er- (ge-)kannt (wenn auch nicht alle Titel präsent). Der akustische Ansatz war insgesamt etwas gewöhnungsbedürftig. Die musikalische Begleitung war mitunter relativ simpel, andererseits den Sprechgesang Pattis dadurch nicht störend. Mein Favorit war das letzte Stück aus dem regulären Set: PISSING IN THE RIVER: Tony S. am Flügel, Patti solo im steigend pathetischen Gesangsvortrag. Das Konzert war sehr gut besucht; die Kirche bot einen guten Sound. Interessant war, dass der Ansatz, den ja wahrlich nur symbolisch zu verstehenden Eintrittspreis von 5 €uro dem Projekt SEA WATCH zu widmen, keinen Niederschlag bei Pattis Ansagen fand (oder mein Englisch ist zu schwach). War das u.U. eine pure Idee des Veranstalters?

--Arno P 00:34, 10. Nov. 2019 (CET)

Gethsemanekirche
4. November 2019 Engerling

Erinnerung von Arno P[Bearbeiten]

Zunächst gab es eine Diskussionsrunde über die Geschichte / Rolle / Bedeutung der Bluesmessen in Ost-Berlin (u.a. mit Body Bodag und dem sich - wie immer - gut in die Diskussion einbringenden Historiker Ilko Sascha Kowalczuk).

Ca. 20:40 Uhr (also mit 10-minütiger Verspätung) begann dann das Engerling-Konzert mit dem einzig komplett englisch-sprachigem Titel Little Red Rooster, der direkt in das Instrumental Albatros überging. Beides begleitet von der Slide-Gitarre von Band-Urgestein Heiner Witte. Überhaupt war eben diese Slide-Gitarre heute Abend angenehm oft zu hören.

Es folgte ein überwiegend deutschsprachiges Programm, beginnend mit dem namensgleichen Engerling-Blues, dem sich etliche Klassiker des Band-Repertoires anschlossen (u.a. Egoland, Moll-Blues, Molls Party, Jetzt kommen andere Zeiten / The Times are changing). Bei Letzterem begleitete erstmals die Violonistin Shir-Ran Yinon die Band, was sie letztlich in der Mehrzahl der dargebotenen Titel fortsetzte; auch mit Gesang. Erster Höhepunkt, nach über einer Stunde Konzert, war dann Mama Wilson mit Bodies Mundharmonika-Einsatz. Getoppt wurde das aber dann mit einer überlangen Version des Narkoseblues. Body verwies zuvor schon in der Ansage darauf, dass nach dem Titel um den toten Alan Wilson nun noch weiterer Verstorbener gedacht werden soll. Und so mündete der Narkoseblues in einer Mega-spannenden instrumentalen Version vom Apfeltraum (somit an die verstorbenen RENFT-Mitglieder Klaus „Renft“ Jentzsch und Peter „Cäsar“ Gläser erinnernd) und bettete darin noch Melodiefetzen von White Room, Major Tom, Free Falling und Burning Fire ein; gab somit Reminiszenzen an Jack Bruce, David Bowie, Tom Petty und Johnny Cash. Nach gut 90 Minuten war dann Schluss, doch ohne sich lange bitten zu lassen, gab es noch das Herbstlied als Zugabe.

Die Kirche war gut besucht – aber nicht proppevoll, der Sound war für ne Kirche okay und die Stimmung war gut. Summa Summarum: Für ein Umsonst-Konzert ein ausgesprochen gutes Erlebnis in eingebettetem Kontext & Ambiente. --Arno P (Diskussion) 22:11, 18. Jan. 2021 (CET)

Erinnerung von Manfred Weiss[Bearbeiten]

Dies war mein erstes Konzerterlebnis mit ENGERLING, die schon über vierzig Jahre Blues & Rock spielen - aber ich bin ja auch in West-Berlin aufgewachsen… Zusammen mit ca. 500 anderen Besuchern, die die Kirche gut füllten, konnte ich die gut aufgelegte, etwas angegraute Band (keyg/voc, g, b, dr), zeitweise verstärkt durch die ausgezeichnete Violinistin Shir-Ran Yinon auf gepolsterten Kirchenbänken genießen. Von den gespielten Stücken gefielen mir Es kommen andere Zeiten (The times they are achanging), Legoland, Die Anderen und Mama Wilson besonders.-- Mwweiss, 20.Jan. 2021

Gethsemanekirche
17. September 1987 Bob Dylan & Tom Petty

Erinnerung von "Sydowski"[Bearbeiten]

Für 9,90 M (EVP) Open-Air vor über 100.000 Zuschauern. Tom Petty († 2. Oktober 2017 ) spielte und sang in Dylans Band.

Erinnerung von Arno P[Bearbeiten]

Es war einmal ein kleiner Ossi, der durch seine Eltern und den großen Bruder trotz seiner Kindheit in Ost-Berlin, an die Beatles und Bob Dylan herangeführt wurde. Und da sein großer Bruder auch in einer Gitarrenband spielte, wurde zuhause auch mal „Blowing in the wind“ von Bob Dylan gesungen.

Jahre später feierte die Stadthälfte, in der der kleine Ossi lebte, ihr 750-Jahres-Jubiläum. Die andere Stadthälfte, die nicht zum Land des kleinen Ossis gehörte, auch. Beide Seiten versuchten sich mit ihren vermeintlichen Höhepunkten zu übertrumpfen. Im Westteil sollte u.a. der große Bob Dylan auftreten. Aber aus irgendwelchen Gründen wollten nicht viele der Leute aus der Nicht-Ossi-Stadthälfte ihr Geld (über 40 DM!) für sein Konzert ausgeben. Da war das Management sehr traurig und überlegte, das Konzert abzusagen. Ein paar pfiffige und mutige Leute aus der Ossi-Stadthälfte dagegen versuchten, das Konzert in den Ostteil zu verlegen. Und obwohl es klingt wie ein Märchen; sie haben es geschafft: an einem herrlichen Septembernachmittag fand auf einer Wiese im Treptower Park der Ossi-Stadthälfte ein denkwürdiges Open-Air-Konzert statt: Roger McGuinn mit Tom Petty and the Heartbreakers als Vorprogramm zu BOB DYLAN. Es waren über 40.ooo Leute da, um dies zu sehen. Das bis dahin größte Freiluftkonzert in dem kleinen Ossi-Land. Und nur 10 Ost-Mark Eintritt. Komischerweise erkannte man nur wenige der Lieder, die der Bob da sang. Aber das lernte der kleine Ossi später: Bob veränderte seine Lieder oft, wenn er sie aufführte. Bob selbst auch war eher unfreundlich. Er sagte nicht mal HALLO oder so. Aber er spielte seine Musik und viele waren glücklich. --Arno P (Diskussion) 23:12, 22. Jan. 2021 (CET)

Treptower Festwiesen
28. August 2021 Christian KUNO Kunert, Salli Sallmann

Anlässlich eines Thementages unter dem Motto Wir wollten frei sein – Musik und Haft in der DDR kam es im ehemaligen Stasiknast in Berlin-Hohenschönhausen zu einem Konzert von Christian KUNO Kunert und Salli Sallmann. Beide waren in den 1970er Jahren in Hohenschönhausen inhaftiert, bevor sie nach West-Berlin abgeschoben wurden. So gestaltete sich der Nachmittag denn auch nicht nur als Konzert, sondern war auch gerade in den Ansagen / Zwischentexten immer wieder „politisiert“ durch persönliche Erinnerungen an damals erlittene Verfolgung. Gleiches galt auch für die Auswahl der Songs. Beide spielten zunächst jeweils einige Titel solo, bevor sie dann auch als Duo auftraten.--Arno P 15:21, 28. Aug. 2022 (CEST)


Gedenkstätte Hohenschönhausen
19. Juli 1988 Bruce Springsteen & The E Street Band

Nur 20 (Ost-) Mark betrug der Eintritt zum größten Rockkonzert, das je in der DDR statt fand. Okay, das wusste vorher keiner, aber es war schon eine Sensation, dass der BOSS in den Osten kam. Folgerichtig gab es auch jede Menge Irritationen: Zunächst versuchten die DDR-Veranstalter, Springsteen unabgesprochen für die Solidarität mit Nikaragua zu vereinnahmen. Als das Management dies merkte, musste kurzfristig die Bühnendeko geändert werden. Doch auf den Tickets blieb der Slogan erhalten. Dann wollte Bruce eine kurze Ansprache halten, in der das Wort MAUERN enthalten war. Auch hier gab es kurzfristige Änderungen in Richtung BARRIEREN. (Siehe Link 6, ab Minute 35:30). Nix desto trotz wurde in den (vermeintlichen) LIVE-Sendungen die entsprechende Passage ausgeblendet. Dennoch: Es wurde das MEGA-Ereignis der ostdeutschen Rockmusik-Veranstaltungen. Offiziell hieß es, dass 160.ooo Karten verkauft wurden. Inoffiziell gibt es zahlreiche Berichte davon, dass mit zunehmendem Abend der Andrang so groß war, dass die Kontrollen aufgegeben wurden, so dass nicht bestätigte Berichte von einer halben Million Gäste ausgehen. Der BOSS war engagiert wie so oft und gab ein mehr als 3-stündiges Konzert. Die Größe der Veranstaltung offenbarte jedoch die begrenzten Möglichkeiten des Ortes. Der Sound verwehte; zu sehen war wenig - außer den zahlreichen phantasievollen Transparenten, die die Fans mitbrachten. Wohl nie zuvor und nie wieder waren so viele amerikanische Symbole auf offiziellen DDR-Veranstaltungen zu sehen. Seit dem 70. Geburtstag von Bruce Springsteen erinnerte eine Dank-Tafel an den historischen Auftritt; die ein Jahr später leider geklaut war.--Arno P

Jahrzehnte später findet sich auf Youtube ein zusammengeschnittenes Video inklusive des gesprochenen Textes.

Radrennbahn Weißensee
8. März 2019 Melissa Etheridge

Als (auf den Tickets nicht angekündigtes) Vorprogramm kam Lucy Spraggan auf die Bühne. Eine Frau mit Gitarre und großem Redeschwall; begleitet von einem Mann am E-Piano, der gelegentlich die 2. Stimme sang. Die beiden begannen recht genau 20 Uhr und spielten 5-6 Stücke bzw. 20-25 Minuten. Nichts Weltbewegendes; meinen Begleiter erinnerte ihre Stimme und ihr Vortragsstil an eine Mischung von Anna-Lena Baerbock und Avril Lavigne ;-) Dann gabs eine insgesamt zu lange Pause, die nur kurz für Umbauten benötigt wurde…

... bis um 21 Uhr Melissa begann. Sie kam mit 3-köpfiger, männlich besetzter Begleitband: Bass, Schlagzeug, Hammond-Orgel. Der Keyboarder durfte sich im Laufe des Abends bei 4 Stücken auf Abwege begeben: 2 x E-Gitarre, 2 x Pedal-Steel-Gitarre. Melissa war sowohl mit akustischen (auch 12-saitiger) als auch elektrischen Gitarren präsent; mit souveränem Spiel im Wechsel zwischen Rhythmusgitarre, Fingerpicking und Rocksolo. Vor die Songs setzte sie mehrfach relativ lange Erzähltexte; oft mit Musik untermalt – was durchaus an Bruce Springsteen erinnerte. Sie sprach u.a. von ihrem ersten Berlin-Auftritt 1988,[2] vom Mauerfall (nach einem Auftritt am 8.11.1989 in Hannover kam sie nach Berlin und konnte spontan beim Konzert für Berlin am 12.11.89 mitmachen), dem Krebstod des Vaters und ihrem eigenen erfolgreichen Kampf gegen den Krebs (inzwischen 15 Jahre krebsfrei) und ihr Coming out.

Die ersten zwei Drittel des Konzertes boten eine gute Mischung von balladesk bis rockig; oft innerhalb der Stücke wechselnd, sehr dynamisch. Sehr eindringlich geriet für mich „Used to love to dance“, bei dem sie u.a. mit ihrer Gitarre eine Tanzpartnernummer simulierte und dann daraus ein furioses Solo ableitete. [3] Im hinteren Drittel des Sets wurde es für meine Verhältnisse zu monoton rockig und die letzten beiden Titel als Bekanntere gerieten etwas zu lang mit ausgedehntem Geschrammel auf der Rhythmusgitarre und beifallheischendem Auf- und ab-Wandern längs der Bühne, wie schon vorher auch etwas viel Mit-Mach-Animation (OHO AHA, OHO AHA) präsent war. Überraschend bei den letzten Titeln war ein kurzer Ausflug an die Mundharmonika und eine Hilfestellung beim Drummer, mit dem sie ein Schlagzeug-Duett performte.[4] Letztlich spielte sie gut 2 Stunden im Block und dann eine über 15 Minuten lange Fassung von „Like the Way I Do“ als einzige Zugabe. Es gab einen guten Sound, der aber bei bestimmten Gesangspassagen auch mal schrill wurde. Das Tempodrom war im Übrigen nicht ausverkauft. -- --Arno P (Diskussion) 19:33, 18. Jan. 2021 (CET)

Tempodrom
6. November 2019 Fehlfarben, Zerfall

Bisher hatte ich Zerfall nicht auf’m Schirm. Das Parocktikum-Wiki beschreibt sie als Punk-Band. Doch ist das noch Punk, wenn die Band pünktlich beginnt, der Sound gut ist und die Gitarre nach ein paar Songs neu gestimmt wird ;-)) ??

Zerfall boten die klassische Rock-/Punk-Besetzung: Bass, Schlagzeug, Gitarre + Sänger. Immerhin die Attitüde war PUNK: Die Songs waren schnell, laut und kurz. Die Bierflaschen kreisten und die Texte boten die typischen Parolen gegen Polizei, Staat, Kapitalismus - aber ein eigener Haufen Geld wäre schon schön. Kurz vor Schluss des 40-Minuten-Auftritts gab es einen Willkommens-Gruß an „Die blauen Möven“ ?? - -worauf knapp 10 weitere Punker*innen die Bühne enterten und einen zarten Pogo mit der Band zelebrierten. Der Schlusstitel enthielt dann kurze Textbezüge zu den SCHERBEN und einen Hinweis auf die anschließend auftretenden FEHLFARBEN: Wir sind die Türken von morgen. Trotz aufkommenden Niesel- und Starkregens lauschten dem Zerfall Hunderte Leute.

Eine Viertelstunde danach, ab ca. 20:30 Uhr, spielten die Fehlfarben mit einer gegenüber Zerfall erweiterten Besetzung: neben Bass, Schlagzeug(erin), Gitarre + Sänger nun auch noch Keyboard + Blasinstrumente (Saxophon, Triola). Fehlfarben boten dann auch gediegenere Kompositionen, längere Stücke, einen komplexeren musikalischen Ansatz – bei annähernd gleicher Spielfreude.

Übers Konzert verteilt erklangen auch die drei Hits MILITÜRK, EIN JAHR (ES GEHT VORAN) und PAUL IST TOT, die alle eher unter anderen Zeilen ihrer Texte berühmt wurden: KEBABTRÄUME IN DER MAUERSTADT (oder auch: WIR SIND DIE TÜRKEN VON MORGEN), GESCHICHTE WIRD GEMACHT bzw. WAS ICH HABEN WILL, DAS KRIEG ICH NICHT… . Obwohl sie die gleiche Bühne und Anlage wie Zerfall nutzten, erschien der Sound etwas schlechter; insbesondere das Gesangsmikro war zu leise. Bei zum Glück nachlassendem Regen spielten sie 50 Minuten und dann noch zwei Zugaben. Trotz des schlechten Wetters lauschten mehrere Hundert Leute – etliche mehr als bei Zerfall. --Arno P 01:53, 9. Nov. 2019 (CET)



Wenigstens hatte der Nieselregen genau zu Beginn des Open-Air-Konzerts aufgehört. Dafür nervten mich während des einstündigen Auftritts der FEHLFARBEN folgende Dinge: 1. Es war zu leise (lag wohl an der Anlage). 2. Es war zu langsam (lag an der Gruppe). 3. Es wurde zuviel und andauernd im respektlosen Publikum gequatscht (gefühlt jeder Dritte).

Trotzdem war es schön, nach langen Jahren wieder die Lieder aus Monarchie und Alltag zu hören: Hier und jetzt, Grauschleier, Das sind Geschichten, All that heaven allows, Gottseidank nicht in England (+), Militürk, Apokalypse (+), Ein Jahr/es geht voran, Angst, Das war vor Jahren, Paul ist tot (++), es war sogar noch eine Zugabe drin…--Mwweiss (Diskussion) 22:29, 13. Nov. 2019 (CET)

Alexanderplatz
30. Mai 2019 The Raconteurs

Punkt 20 Uhr begann mit gutem Sound die durchaus interessante Vorband Goat Girl: 4 Frauen (Bass, 2 x Gitarre, Schlagzeug), 1 Mann (Keyboard). Ca. 7 Titel, gut 30 Minuten [Wie mann sich täuschen kann: Setlist.fm verzeichnet 10 Titel!]. Songs, die recht harmonisch begangen, z.T. mit dreistimmigen Satzgesang, mitunter kamen mir die Cranberries in den Sinn. Hinten raus aber bekamen die Songs oft eine schräge Note durch interessante Gitarrensoli oder veränderte Schlagzeugrhythmen. Überhaupt war dem Spiel der Schlagzeugerin eine Ähnlichkeit mit den Drums bei den Jack White-Projekten anzumerken.

Punkt 21 Uhr dann die Raconteurs. Ebenfalls 5 Leute – doch nur Männer (3 Gitarren, Bass + Schlagzeug, wobei ein Gitarrist auch zu den Keyboards wechselte). Von Beginn an LAUT, druckvoll, fast schrill. Sehr agil. Die Gesangparts übernahm nicht nur Jack White, sondern auch Brendan Benson. Nach ca. 4 Songs meinte Jack, das Berliner Publikum wäre das Beste der Tour (und da waren die Leute im Parkett noch gar nicht beim Pogo-Tanzen) – doch nach nur 50 Minuten sagte die Band schon Good bye. Zum Glück für nur ca. 3 Minuten und dann kam ein gut 30-minütiger Zugabenblock, bei dem dann auch mehr bekanntere Stücke zu hören waren und auch der Basser mal ein E-Piano spielen durfte. Zwischendurch war auch mal einer der Roadies an zusätzlichen Bongos zu Gange. Mit „Steady as she go“ gabs dann kurz vor halb Elf den fulminanten Abschluss.

Auch diesmal war das Konzert eine handyfreie Zone. Zu den Begleitumständen siehe letzten Link.

--Arno P (Diskussion) 19:38, 18. Jan. 2021 (CET)

Nachtrag: Das Konzert wurde von radioeins mitgeschnitten. Im Rahmen der Sommernachtskonzerte 2019 sollte es auch ausgestrahlt werden, doch musste dies reduziert werden, da nur vier Titel die entsprechende Freigabe bekamen.

Verti Music Hall
21. Mai 2016 Yes

Okay,

Yes ohne die Stimme von Jon Anderson ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Und angeblich war es die Besetzung Nr. 31, die da im Admiralspalast gastierte (siehe unten: Bericht der BZ). Dennoch war es hochinteressant und unterhaltend, in dieser Live-Präsentation zwei komplette Alben (und mehr) hören und sehen zu können. --Arno P (Diskussion) 00:32, 18. Jan. 2021 (CET)

Admiralspalast

Ergebnis: Es gibt 20 Seiten mit Konzert-Erinnerungen von Arno P.


Erinnerungen an Orte[Bearbeiten]

Ort Erinnerungen
Musik & Frieden

Von außen ein Plattenbau, drinnen eher Klubatmosphäre in einem eigenartig verwinkelten Haus, das mindestens zwei Konzert-Locations beinhaltet und Auftritte im SCHWARZEM oder BLAUEN Zimmer präsentiert sowie Platz für eine Baumhaus-Bar hat. Vom schwarzen Zimmer ist es ein umständlicher Weg zur Garderobe und dass es offensichtlich einen 2. Ausgang gibt, erschließt sich auch nicht direkt.--Arno P [16:37, 11. Nov. 2018 (CET)]

Verti Music Hall

Erste (von inzwischen fünf) Erfahrungen (Oktober 2018)

Es war niemand geringerer als JACK WHITE, dem es vorbehalten war, die neue Spielstätte zu eröffnen (wenn man die Vorgruppe GEWALT mal "vergisst"). Das Ambiente auf dem Vorplatz mit unheimlich viel Neon-Licht in großflächigem Reklame-Flackern und die unmittelbare Nachbarschaft zur Mehrzweckhalle, die sich zunächst nach einem Telefonanbieter, aktuell nach einem Autohersteller benennen liess, war schon beeindruckend - auch wenn ..>> hier mehr >>..

Ergebnis: Es gibt 2 Seiten mit Orts-Erinnerungen von Arno P.


Erinnerungen an Veranstalter[Bearbeiten]

Veranstalter Erinnerungen
Zitty

Tja, da kommt schon etwas Trauer auf. Zuletzt kam die ZITTY ja nur noch als Monatsheft zusammen mit dem TIP und dennoch dünner als das normale Heft. Gab ja wegen Corona kein Programm mehr, das anzukündigen wäre. Von der fehlenden Tagesaktualität abgesehen, war sie für mich vielleicht das, was für unsere Eltern- und Großelterngeneration die Abendschau ist. Und nicht zu vergessen - ich habe mehrfach Freikarten über die ZITTY bekommen. Unvergessen begonnen mit den STONES 1990, über Black River Delta 2018 bis zuletzt MAGMA im vorigen Jahr. --Arno P (Diskussion) 14:18, 21. Jun. 2020 (CEST)

Ergebnis: Es gibt 1 Seiten mit Erinnerungen an Veranstalter von Arno P.


Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Eines der Fotos lässt erkennen, dass die Figur verkabelt war – vielleicht wurde das Konzert darüber mitgeschnitten? Etliche der letzten Konzerte sind ja im Internet schon nachzuhören gewesen.
  2. Der 1. Auftritt von Melissa Etheridge in Berlin fand demnach 1988 als Vorprogramm von “Martin Stephenson & The Daintees” im Loft statt. Setlist.fm kennt von der damaligen Tour bisher nur einen April-Auftritt in Cambridge. Mangels weiterer bekannter Details konnte hierzu bisher kein eigener Eintrag erstellt werden. Später, im Herbst 1988, war sie erneut in Berlin und spielte im Vorprogramm von Huey Lewis & The News in der Deutschlandhalle. Bei der diesbezüglichen Berichterstattung wird der vorherige Loft-Auftritt erwähnt.
  3. Inzwischen gibts 'n Youtube-Video dazu. Ab Sekunde 20 spricht sie über ihren 1. Berlin-Auftritt.
  4. Siehe Link unter Videos.