Benutzer:Schulmeister

Aus Rockinberlin
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Geprägt von RIAS und SFB in Westberlin

Zu den zwei führenden Sendern der Stadt gehörten damals, der in Schöneberg ansässige „Rundfunk im Amerikanischen Sektor“, kurz RIAS und der in Charlottenburg im Haus des Rundfunks beheimatete „Sender Freies Berlin“, kurz SFB genannt. Im Jahr 1972 fing ich als Zwölfjähriger regelmäßig an die Radiosendung „Schlager der Woche“ zu hören, immer Freitagabends ab 20.00 Uhr. Der Titel ist insofern irreführend, als nicht ausschließlich deutsche Schlager zu Gehör kamen sondern viel häufiger internationale Neuvorstellungen. Darunter fanden sich Carly Simon´s „You´re so Vain“ und Albert Hammonds „It never rains in Southern California“ ebenso wie „Yesterday Once More“ von den Carpenters, Alice Coopers „Elected“ oder auch die Osmonds mit „Crazy Horses“. Auch Stevie Wonders „Superstition“ und KC & The Sunshine Band´ s „That´ s The Way I Like It“ konnten zu jener Zeit sehr beeindrucken. Allerdings wurde von Lord Knud, der die Sendung moderierte, immer wieder „Wasser in den Wein geschüttet“. So tauchte dann zwischen den Doobie Brothers und Slade schon mal Elfie Briest auf, mit ihrem Titel „Herzen haben keine Fenster“. Lord Knud war jedenfalls eine bekannte Figur in der Radiolandschaft von damals.

Etwa ein oder zwei Jahre später, als ein Freund von mir erfuhr, daß ich immer noch Schlager der Woche hörte, machte er sich über mich lustig; wie uncool das doch wäre und er würde eine bessere Sendung hören: „Hey Music!“ Hier waren ausschließlich internationale Titel zu hören, vornehmlich englischsprachig. Die Sendung lief beim SFB und wurde von Jürgen Jürgens moderiert. Das ganze Format wirkte moderner, weniger altbacken als die Konkurrenz und hatte härtere Bands zum Inhalt. Deren Namen waren Deep Purple, Black Sabbath Uriah Heep aber auch David Bowie oder Roxy Music! Mein Schulfreund Andre´ war zu der Zeit schon etwas weiter und härter drauf, und obwohl wir derselbe Jahrgang sind, war er mir damals immer einen Schritt voraus. Durch ihn habe ich stets sehr gute Empfehlungen bekommen. Viele meiner ersten Schallplatten und Konzertbesuche, habe ich seinen guten Tipps zu verdanken: Santana, Led Zeppelin, Manfred Mann´ s Earth Band.

Es muß 1975 gewesen sein, als ich mein erstes Rockkonzert besucht hatte:die Berliner Band "Schwirrholz" in einem Jugendheim an der Wutzkyallee in Britz.Toller Progressive Sound und für mich sehr überzeugend damals. 1977 spielten bei einem Festival mehrere Bands in der Waldbühne:Uriah Heep, Manfred Mann´s Earth Band, Small Faces u.a. Ich erinnere mich an eine 10 Minuten Version von "All Or Nothing" der Small Faces, die klasse war. Das Publikum war begeistert. Nicht so klasse war, daß Ted Nugent nicht aufgetreten ist. Der sollte als letzter Act spielen, weigerte sich aber. Daraufhin stürmten einige "Rocker" die Bühne. Das Management von Nugent ließ verlauten, er würde später wieder nach Berlin kommen und zu verbilligtem Eintritt auftreten. Der hatte wohl nach der Erstürmung der Bühne "die Hosen gestrichen voll!"

Ende der Siebziger Jahre, ich war regelmäßiger Gast in der Berliner Diskothek „SOUND“, war ich dann von „Chris Spedding“, „Ultravox“ oder „Blondie“, also sehr vom völlig neuen Sound und dieser neuen Spielart, fasziniert. Der Anteil an Punk und New Wave Bands nahm stetig zu, und spätestens beim Konzert von Roxy Music 1979 in der Eissporthalle hatte es mich gepackt: im Vorprogramm spielten WIRE! „Meine“ erste Punk Band, die ich live miterlebt hatte.

Das ebnete meinen Weg für die Begeisterung des Achtziger Sounds: “The Normal: T.V.O.D.“, „Spizzenergi“, “OMD“, „Human League“, „Depeche Mode“, alle „Two Tone“ Bands, „The Cure“, „Siouxsie & The Banshees“, „Killing Joke“, „Echo & The Bunnymen“, „U2“…..