Benutzer:Bernd M

Aus Rockinberlin
Wechseln zu: Navigation, Suche
Portaits von 1972 bis 2018

Kurzbiografie

Ich erblicke 1952 das Berliner Licht der Welt in Tempelhof, werde in SO 36 und SW 61 größer. Besonders die Gegend um den Chamissoplatz war wichtig. Hier bin ich zur Schule gegangen und hatte in der Arndtstraße meine erste eigene Wohnung. Ich studiere Informatik und Mathematik, arbeite für Konzertveranstalter, Kinos, Werbeagenturen und Software-Häuser. Bin nach Jahren im Hessischen in meine Heimatstadt zurückgekehrt. Wohne zur Zeit in Neukölln. Dieses Forum ist zunächst mal eine persönliche Geschichte. Doch ich hoffe, daß es mehr Menschen gibt, die ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit mir teilen möchten.

Rock-Musik hat mein Leben verändert! Das erste Hendrix-Konzert im Sportpalast oder die Strassenschlacht vor der Neuen Welt bei Edgar Broughton und Spooky Tooth. Ich habe gerätselt, was "Norwegian Wood" bedeuten könnte. Und gestaunt, wie Country eine Geschichte erzählt, wenn Emmylou Harris und ihre Band auf der Bühne stehen. Der Blues darf an dieser Stelle nicht fehlen: Albert, B. B. und Freddie. Mir war es vergönnt, die Kings live erleben zu dürfen.

Ich bin im Westen Berlins aufgewachsen. Deshalb fehlt mir die Geschichte des Ostens. Ich wäre also besonders dankbar, wenn sich Teilnehmer finden, die sich dieser Sache annehmen.

Aus dem Admin ist der Besucher Bernd M geworden, der versucht, mit seiner Krankheit zu leben. Die Geschichte meiner Initiative habe ich hier erläutert.

Nachtrag

RockinBerlin stieß erst Monate nach Bernds Ableben auf einen Text, den Bernd – schon in Kenntnis seiner Krebserkrankung – als Entwurf für seine Benutzerseite bei RiB verfasste. Wir haben den Entwurf behutsam redaktionell überarbeitet und mit den auf unserer Webseite üblichen VerLINKungen ergänzt. Er ergänzt somit die oben zu findenden Passagen um die Phase seiner Annäherung an die Phänomene Radio und Rockmusik. [RiB Sep. 2012]

Familie
In unserer Familie spielte Musik keine große Rolle. Niemand spielte ein Instrument. Es wurde auch kaum gesungen. Ich erinnere mich an Montag-Abende, an denen ich mit meinen Großeltern mütterlicherseits Schlager der Woche mit Fred Ignor hörte. Dies war aber nur Vorspiel zu Es geschah in Berlin - eine Reihe von Kriminalhörspielen, in denen Kommissar Z Berliner Ganoven jagte. Wobei: „Jagen“ ist in diesem Zusammenhang wohl zu hoch gegriffen. Meist ging es um kleinere Betrügereien und Diebstähle. Das Ganze hatte die Betulichkeit der 50er Jahre. Gewalt spielte, im Gegensatz zu unseren heutigen Tagen, keine Rolle. Das Radiogerät, vor dem wir saßen, besitze ich heute noch [2019].

Anfänge
Ich weiß nicht mehr, wann der Plattenspieler angeschafft wurde. Es muss wohl Mitte der 60er Jahre gewesen sein, als ich mit meiner Mutter in die Wohnung in der Warthestraße gezogen war. An die Hersteller-Firma habe ich keine Erinnerung. Es war meine Mutter, die begonnen hatte, ein paar Singles zu kaufen, um mehr Ivo Robic, Sascha Distel und Peter Alexander zu hören. Auch die unvermeidlichen Lara’s Theme (aus Dr. Schiwago) und Il Silenzio fehlten nicht. Meine erste Wahl war das unsägliche Auf meiner Ranch bin ich König von Peter Hinnen. Ronny mit seinen Country-Schnulzen, á la Kleine Annabell war es ebenfalls gelungen, mein Herz zu gewinnen. Mit Downtown von Petula Clark wurden diese Pfade verlassen. Big Bad Wolf von Brian Diamond und seinen Cutters konnte man als erstes progressives Zeichen deuten.

Erstes Konzert
In Erinnerung sind mir die grellbunten Jacken der Band geblieben; ergänzt mit Turbanen, auf denen eine Feder prangte. Wichtig war, dass Sam the Sham und seine Pharaos den Song Woolly Bully spielten. Zeitweise dachte ich, dass dieses Ereignis nur ein Ergebnis meiner Phantasie wäre. Doch dann habe ich Horst, den Plattenhändler kennengelernt, der Jahrgang 1947 ist. Er war bei dem Konzert im Europa-Palast auf der Hermannstraße in Neukölln dabei. Das war die Bestätigung, die ich brauchte. Ich hatte es selbst erlebt! 1965 wollte ich natürlich zu den Rolling Stones in die Waldbühne. Meine Mutter verbot es. Am nächsten Morgen präsentierte sie mir triumphierend die Schlagzeile der BZ: „Tumult in der Waldbühne“ und kommentierte: „Davor habe ich Dich bewahrt“.

Der Rock tritt auf
Im Dezember 1967 war es dann soweit. Ich erlebte mein erstes Rock-Konzert. Eigentlich nur ein halbes Rock-Konzert. Denn die erste Hälfte bestritten Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich mit ihren Popsongs. Nur The Legend Of Xanadu bot etwas mehr als Pop. Im zweiten Teil trat Eric Burdon mit seinen New Animals auf. Sie spielten das The Twain Shall Meet-Album inklusive Sky Pilot und Monterey. Dabei verwendeten sie eine Violine. Das war etwas völlig Neuartiges. Ich war begeistert! Zustande gekommen war der Besuch, weil ich ein eifriger s-f-beat - Hörer war, der bei einer Verlosung eine Freikarte gewonnen hatte.

Die Rockmusik übernimmt
Wenn ab 1969 Bemerkenswertes in Berlin stattfand, wollte ich es nicht verpassen. So erlebte ich: die Stones, The Nice, Deep Purple, The Who, The Flock & Free, Jimi Hendrix, Procol Harum, Canned Heat und Ten Years After. Aber auch einige Jazzkonzerte und nachfolgend beschriebenen Höhepunkt.

Eine denkwürdige Fahrt
Ende 1971 will meine Schule einen Literatur- und Musikabend veranstalten. Weil das Leibniz-Gymnasium keine Aula hat, weicht man in den Saal einer Schule in der Wilmsstraße aus. Im literarischen Teil sollen Gedichte vorgetragen werden. Das wird von meiner Religionslehrerin Frau Graeser organisiert. Ich soll zwei Mal ans Mikrofon treten. Mit einem Text über den letzten Menschen aus Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra und einem Gedicht von Erich Mühsam: Der Revoluzzer. Ich will den feierlichen Anlass würdigen, indem ich meinen besten Anzug aus dunkelblauem Samt trage. Als optischen Kontrast stellte ich mir eine weiße Krawatte vor. Die muss ich lange suchen, bis ich etwas Passendes in einem Geschäft für Richter- und Rechtsanwaltsbedarf finde. Mit dem Vortrag des Revoluzzers gelingt mir sogar ein kleiner Erfolg beim Publikum, als ich auf den Untertitel Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet hinweise. Viele der Anwesenden wissen, dass unser neuer Direktor den Posten vor allem seinem SPD-Parteibuch verdankt und weniger dem, dass er ein besonders guter Pädagoge wäre. Die ganze Veranstaltung findet am 24. November 1971 statt. Das kollidiert mit meinen Plänen, mir die neue Band von Frank Zappa in der Deutschlandhalle anzuhören und anzusehen. Weil ich aber Frau Graeser nicht enttäuschen will, verzichte ich auf das Konzert. Allerdings suche ich nach einer Alternative. Die ist mit dem Konzert in Frankfurt am Main gefunden. Doch wie kommt man mit dem Taschengeld eines Gymnasiasten zu einem Konzert in der Fremde? Die 17 D-Mark für die Eintrittskarte bringe ich zusammen. Bleiben Anreise und Übernachtung zu klären. Erste Idee war natürlich, nach FFM zu trampen. Doch das hängt mit jeder Menge Zufälle zusammen. Wie könnte es noch klappen? Mit einem geliehenen Auto vielleicht? Ich habe ja nicht mal einen Führerschein. Den aber hat Jogi, ein guter Schulfreund. Er würde mit mir nach Frankfurt fahren, wenn ich ihm den Eintritt spendiere. Das bekomme ich hin. Aber einen reisetüchtigen Wagen hat er auch nicht. Als letzte Hoffnung beschließe ich, Frau Graeser zu fragen. Jogi und ich besuchen sie. Ihr eigenes Auto will sie uns nicht anvertrauen. Irgendwie verständlich! Zu unserer Überraschung leiht sie uns jedoch den Käfer ihrer Tochter. Die Hinfahrt verläuft ohne Probleme. Wir kommen rechtzeitig zur Halle. Ich habe mir einen kleinen Kassettenrecorder geliehen, um das Konzert aufzunehmen. Das klappt ganz prima. Unsere Plätze in der 6. Reihe sind genau richtig. Ich habe die Aufnahmen heute noch. Es wird ein großartiges Konzert. Der Meister bringt eine Mischung aus Kabarett, mit den beiden früheren Sängern der Turtles als Protagonisten und längeren bekannten Instrumentalstücken auf die Bühne. Bei diesen Nummern wird in Solopassagen ausgiebig improvisiert: Zappa auf der Gitarre, Ian Underwood auf einem elektronisch verstärkten Saxophon und Don Preston auf einem Synthesizer. Im Kabarettteil wird eine absurde Geschichte erzählt, bei dem ein Sofa eine tragende Rolle spielt. An diesem Abend verstehe ich die Geschichte noch nicht. Wenn es denn daran etwas zu verstehen gibt. Wir bekommen auch den Mudshark zu hören. Dessen Geschichte kenne ich von der Live-LP aus dem Fillmore West. Besonders beeindruckt mich an diesem Abend Aynsley Dunbar als Schlagzeuger, der Gelegenheit bekommt, mit einem Solo zu glänzen. Das Konzert endet mit Happy Together, dem großen Hit der Turtles, als Zugabe. Am gleichen Abend ist eine zweite Show geplant. Also versuchen wir, da wir dafür keine Karte haben, irgendwie im Saal zu bleiben. Dabei begegnen wir Don Preston, der uns aber auch nicht helfen kann. Wir verlassen die Jahrhunderthalle und warten davor. Tatsächlich dürfen wir wieder hinein, als ein paar Leute das Konzert verlassen. Als wir wieder im Saal sind, erleben wir Frank Zappa, wie er lässig entspannt auf einem Verstärker sitzend, auf der Gitarre improvisiert. Leider erinnere ich mich nicht mehr, welches Stück er einleitet. Der Kabarettteil bringt uns diesmal die Geschichte von Billy the Mountain. Nach diesem wunderbaren musikalischen Erlebnis brauchen wir noch ein Nachtlager. Wir haben gehört, dass es im Westend von Frankfurt am Main besetzte Häuser geben soll, wo man vielleicht unterkommen könnte. Wir haben Glück und finden einen Schlafplatz. Eine Matratze auf dem Boden genügt uns. Als wir uns am nächsten Morgen auf die Rückfahrt machen, fahren wir durch einen wahren Schneesturm. Doch mein Freund Jogi, dessen Qualitäten als Autofahrer ich vertraue, bringt uns sicher zurück nach Berlin.



Video

Ein schönes Video von meinem Kreuzberg


Meine Erinnerungen an Konzerte


Persönliche Musik

  • Meine erste Single: Bin i Radi, bin i König von Petar Radenković
  • Meine erste LP: Beatles For Sale
  • Meine Lieblingssingle: Mac Arthur Park von Richard Harris
  • Meine Lieblings-LP: Last Record Album von Little Feat
  • Meine Lieblings-Live-LP: It's Too Late To Stop Now von Van Morrison

Und hier ist meine persönliche Playlist.





Nachruf

† † † RockinBerlin trauert † † †

Bernd M. Radowicz, der Gründer und längjahrige Betreiber dieser Webseite (2010 - 2018), ist in der Nacht zum 27. Februar 2021 nach langer Krankheit verstorben. Seine Mitstreiter trauern um ihn und werden dieses Wiki in seinem Sinne weiterführen.


Bernd gründete „Bernds Berliner Rockwiki“ nach zuvor mißglückten Versuchen einer Kooperation mit dem Berliner Rock und Pop Archiv bzw. einem eigenen Forum zur Rockmusik. Auf Basis der Mediawiki-Software entwickelte er die Grundstruktur, die noch heute erkennbar ist: Basis ist die Erfassung einzelner Konzerte, die mit erweiterten Einträgen und VerLINKungen zu jeweils eigenen Gruppierungen für Bands, Musiker, Konzerte und Orte führen.

Bernd wurde am 11. Juli 1952 geboren und wuchs in (West-)Berlin auf. 1973 Abitur, dann Studiumversuch in Informatik und Mathematik. Nach Studienabbruch begann ein abwechslungsreiches Arbeitsleben, das ihn von der Reichsbahn über das Umfeld der Leute vom Kant-Kino und der Konzertagentur Albatros bis zur Werbebranche inkl. Datenverarbeitung / Programmierung führte – und darüber auch seine Erlebnisse und Begegnungen mit der ROCKmusik förderte. Gute Grundlagen für Rockinberlin.

Dieses Projekt betrieb er ab 2010 – zunächst verbunden mit einem Logo, das seinen Vornamen mit der Berliner Flagge verband. Über die Jahre kamen einige ständige Mitstreiter hinzu und es entstand ein Stammtisch, der sich in etwa monatlich traf, um die Neuigkeiten zu besprechen. Bei einem solchen Treffen Ende 2018 offenbarte Bernd uns seine üble Krebsdiagnose und bat um Ablösung als Administrator bzw. Regelung der Nachfolge. Er blieb in den Folgemonaten ein streitbarer Begleiter des Projektes. Seine zwischenzeitlichen Wortmeldungen ließen hoffen, dass die Therapien und Medikation anschlugen. Doch den Erfolg des 10.000 Eintrages in der Rubrik KONZERTE im Februar 2021 konnte er wohl nur noch passiv erleben. Seit 26.2.2021 ist er – um mit Udo Lindenberg zu sprechen – Bewohner der Rock’n’Roll-Galaxis. Rockige Grüße dorthin!

Ein besonderes Faible hatte Bernd für die ORTE, an denen Rockmusik zu erleben war. Ein Ergebnis dessen waren nicht nur zahlreiche Einträge auf „unserem“ Wiki, sondern auch eine eigene Publikation: Orte der (POP)ulären Musik in Berlin (West): von 1945 bis 1990.[1] Zusätzlich engagierte er sich trotz und während seiner Erkrankung für die Würdigung der Geschichte des Beat-Studios. Es war ihm noch vergönnt, die Enthüllung einer Gedenktafel für diesen rockhistorischen Ort mit zu erleben, worüber er uns auch einen ausführlichen Bericht schrieb. Der Spannungsbogen seiner eigenen RockinBerlin-Beiträge erstreckt sich von seiner ersten Seite, die sich Agitation Free widmete bis zu seinem letzten Eintrag – den er nur Stunden vor seinem Abschied in den Rock’n’Roll-Himmel schrieb – der sich der Differenzierung zwischen Veranstalter und Ort beim Kant-Kino annahm. Dazwischen liegen ca. 11.000 registrierte Einträge, Ergänzungen und Korrekturen – Danke auch dafür.

Bernd hat uns teilhaben lassen an einem Projekt, das auch uns zur Herzenssache wurde. Wir werden es weiter wachsen lassen.


PS: Was Bernd selbst wichtig war, ist auf dieser Seite oben zu lesen.


Anmerkung

  1. Orte der (POP)ulären Musik in Berlin (West): von 1945 bis 1990 z.B. bei jpc

Kondolenzen

Kreuz und Zweig.jpg


Tom

„Bernd hatte einen Schuhkarton mit Eintrittskarten, das Kant Kino-Buch und ihm war langweilig“. Gern habe ich auf flapsige Art die Anfänge von RockinBerlin auf Nachfrage so beschrieben. Und irgendwie stimmte das sogar. Dass sich die paar Einträge binnen nunmehr elf Jahren derart vermehren würden hatte niemand gedacht. Bernds ansteckender Optimismus und seine direkte und aufrichtige Art führten bei den persönlichen Treffen mit Interessenten an der Webseite dazu, dass sich diese dem Anliegen von RockinBerlin anschlossen und kräftig zum Wachsen derselben beitrugen. Mit Bernd Radowicz verlor Berlins Musikszene einen profunden Kenner und unermüdlichen Begleiter der Historie der Berliner Rockmusik.R.i.P. --Trommeltom (Diskussion) 00:34, 4. Mär. 2021 (CET)

Manfred

Irgendwann im November 2012 stieß ich mit meinem note book auf Rock in Berlin, war von der Idee dieser website sofort begeistert und nahm Kontakt zu Bernd auf. Am 3.12.2012 lernte ich dann Bernd und Tom in der „Linde“ kennen und fand in ihnen kenntnisreiche und humorvolle Wesensverwandte. Im Lauf der Jahre wuchs die Runde weiter, aber Bernd blieb immer die Seele von allem, auch in seinen letzten, schweren Monaten.

Ich erinnere mich besonders gern an unsere gemeinsamen Konzertbesuche bei John Mayall 24. September 2015, Lüül & Band 10. Mai 2016 und Procol Harum 16. Oktober 2018, aber auch an die Stadtspaziergänge mit ihm durch Charlottenburg und Kreuzberg. Bernd fehlt mir, auch wenn ich weiß, dass er von oben weiter dabei bleiben wird.--Mwweiss (Diskussion) 17:08, 4. Mär. 2021 (CET)

Arno

Als Rockmusik-Konsument und -Interessent war ich nicht nur der Platten-Sammler und gelegentliche Konzertbesucher, sondern - auch aus meinem Ost-Berliner Hintergrund - immer daran interessiert, die Liste der in der DDR oder Ost-Berlin aufgetretenen West-Bands & -Künstler*innen zu vervollständigen. Bei einer der diesbezüglichen Internet-Recherchen stieß ich 2017/18 auf „Bernds Berliner Rockwiki“ – und war erschüttert, wie wenig OSTEN darin vorkam (auch nach dem Mauerfall). Nix desto trotz entstand eine Neugier – oder gerade deswegen – und ich nahm Kontakt zu Bernd auf, um ihm meine bis dato gesammelten Konzertdaten anzubieten. Das stieß nicht nur auf Interesse, sondern führte nach nur wenigen Mails zu einer Einladung in die Stammtisch-Runde. Dies war ein mehrfaches AHA-Erlebnis, war ich doch nicht nur der Jüngste der Runde, sondern auch der bisher einzige aus dem Ostteil der Stadt. Weil meine bisher gesammelten Konzertdaten in einer simplen EXCEL-Datei schlummerten, folgte eine Einladung zur Mitarbeit. Daraus entstand die Notwendigkeit, mir Grundkenntnisse über Wiki-Software anzueignen. Insofern verdanke ich Bernd nicht nur den Zugang zu einer neuen Stammtischrunde mit rockmusikalisch geprägten Leuten, sondern auch noch die Anregung, mir bisher unbekannte IT-Welten zu erobern. Verstärkt wurde letzteres dadurch, dass – kaum war ich in der Runde warm geworden – Bernd uns über seine Krebsdiagnose informierte und klar war, dass von ihm nicht mehr zu erhoffen war, dass er meine EXCEL-Daten ins Wiki überträgt. Dennoch blieb er in den letzten 2 Jahren – schwankend in der Intensität – ein sich immer wieder einbringender / einmischender Begleiter unserer Aktualisierungen, von dessen auch programmiertechnischen Kenntnissen wir gern noch mehr und vor allem länger profitiert hätten. Die Bedeutung seines Engagements für die Ehrung des Beat-Studios ist mir erst in Nachhinein klar geworden: Einerseits durch seinen oben erwähnt-verlinkten Bericht, andererseits durch die hochwertige musikalische Begleitung des Ereignisses durch Lüül und Bernd Kistenmacher. Nun tuts mir leid, die Gelegenheit für ein Wiedersehen mit Bernd nicht wahrgenommen zu haben… --Arno P (Diskussion) 23:50, 4. Mär. 2021 (CET)

Mickie

RIP Bernd - und 1000 Dank für den Aufbau und die jahrelange Pflege dieses tollen Archivs der Berliner Geschichte des Rock!

Bernd Kistenmacher

Es war eine große Ehre und es hat mich mit Stolz erfüllt, dass ich Deinen Traum von einer Gedenktafel für das Electronic Beat Studio Wirklichkeit werden lassen durfte.

Ruhe in Frieden Bernd Martin Radowicz

Alles Gute

Bernd Kistenmacher

Günter Kaminski

Ich kannte Bernd seit den 70er Jahren über einen gemeinsamen Freund. Ich las damals die angesagten englischsprachigen Musikzeitungen von diesseits und jenseits des Atlantiks und denke ich war sehr informiert über die Rockszene, doch Bernd wusste immer noch ein Detail mehr. Er war damals schon ein wandelndes Rocklexikon und ich genoss es sehr mich mit ihm bei Konzerten zu unterhalten. Besonders in Erinnerung ist mir unsere Begegnung beim ersten Marlboro-Countrymusic-Festival geblieben. Ich hatte niemals erwartet meinen intellektuellen Freund Bernd dort zu treffen und er dachte genauso von mir, umso lustiger wurde unser Zusammentreffen.
In den 80er Jahren haben wir uns aus den Augen verloren. Wie ich später erfuhr, hatte er Berlin verlassen.
Etwa 30 Jahre später gab ich einmal die Namen der ehemaligen Mitglieder meiner Band bei Google ein und stellte fest, dass es eine Webseite zur Berliner Rockgeschichte gibt, auf der auch ich erwähnt werde. Als ich ins Impressum schaute, schrieb ich sofort eine Mail an Bernd, seine Antwort: Ick glob et nich! Seitdem waren wir wieder in Kontakt und trafen uns gelegentlich. Nachdem wir beide Rentner geworden waren, verabredeten wir uns häufig an der Wildenbruchbrücke und gingen dann zum Café „Nah am Wasser“, saßen draußen am Kanalufer oder drinnen auf dem großen Sofa. Als er krank wurde, vertraute er mir seine Gitarre an, mit der Bitte sie zu verkaufen, weil er doch sehr knapp bei Kasse war. Ich verkaufte sie zusammen mit meiner ebenso alten Telecaster an einen Vintage-Gitarrenhändler in München. Später wurde Bernds Gitarre auf mehreren Seiten im Grand Guitars Magazin gefeatured.
Das letzte Mal sahen wir uns kurz vor Weihnachten. Wir hatten uns am Hohenzollernplatz verabredet und er zeigte mir die neu angebrachte Beatstudio-Plakette. Nach einem Spaziergang bis zum Volkspark Wilmersdorf stieg er an der Bundesallee in den 104er Bus.

Ich werde ihn sehr vermissen.

Günter Kaminski (April 2021)

Peter Bischoff

Ich hatte 2 Wochen vor seinem Tod noch per mail Kontakt mit Bernd gehabt wegen seiner Freunde des Kant Kinos Facebook Seite. Ich werde sie in seinem Sinne weiterführen. Auch hier werde ich mich wieder einbringen.

Peter Bischoff (Mai 2021)

Beisetzung und Gedenkstein

Trauerfeier (Foto mit freundlicher Unterstützung von Günter Kaminski
Trauergäste
Grabstelle mit Gestecke
Lage letzte Ruhestätte Bernd M. Radowicz
Grabstelle mit Stein 1
Grabstelle mit Stein 2