20. April 2006 Lüül All Star Band

Aus Rockinberlin
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Lesung und Konzert der Lüül All Star Band
Archiv Harald Grosskopf
Archiv Harald Grosskopf
Ort Quasimodo
Uhrzeit 22:00 Uhr
Bands/Künstler
Lüül All Star Band

Bericht

Er hat ein Buch geschrieben. Ein Schönes! Heute stellt er es im Quasimodo vor. Eigentlich wollte er es auch dabei belassen, wie er zu Beginn sagt. Doch wer Lüül, alias Lutz Graf-Ulbrich, kennt, weiß, er macht zu gerne Musik. Also hat er Mitmusikanten, Freunde und Begleiter zusammengetrommelt, um ihm zu helfen, seine musikalische Geschichte auf die Bühne zu bringen.

Doch zuerst kommt der literarische Teil des Abends. Natürlich muß er mit dem einzigen Auftritt von Agitation Free im Quasimodo beginnen. In dieser Episode ist ein gewisser John L. der Protagonist. Lüül schildert anschaulich, wie sich der nackte John im Quasimodo als Tarzan-Epigone betätigt. Auch die Geschichte um die Kommune I und eine Fahrt auf dem Motorroller sorgt für Lacher aus dem Publikum. Der fröhliche Ton verschwindet, als es in einem weiteren Abschnitt um Heroin, Amsterdam, Amerika und Nico geht. Mit einer Geschichte um die Gründung der „17 Hippies oder so“ kehrt die Heiterkeit zurück.

Jetzt wird es Zeit für die Mucke! Zuerst kommt die aktuelle Lüül-Band auf die Bühne. Es werden Stücke von der letzten CD „Damenbesuch“ gespielt. Durch die Besetzung Geige, Akordeon, Bass und Lüül mit dem Banjo oder der Gitarre, sowie Posaune und Mundharmonika, klingt es immer ein bißchen nach „Klezmer“. Aber es swingt sehr schön.

Für das „Kleine Uhrwerk“ hat sich Lüül beste Berliner Gitarren-Verstärkung auf’s Podium geholt: Gustl Lütjens, „Potsch“ Potschka und Mickie Duwe, einen Freund aus allerfrühesten Tagen. Weiter geht die Fahrt mit den „17 Hippies“; bei denen Lüül ja „nur“ Banjo spielt. Ein Hauch von „Cajun“ zieht durch’s Quasimodo.

Irgendwann steht eine Gruppe junger Frauen auf der Bühne und verbreitet Singegruppen-Stimmung. Ich bin irritiert. Doch Lutz versöhnt mich mit einer rockigen Version des französischen Pop-Klassikers „Et moi, et moi, et moi“ von Jaques Dutronc.

Mit einem Ukulelen-Orchester wird „Morgens in der U-Bahn“ aufgeführt. Es ist Lüüls Berliner Hymne. Wobei das „Uhh-Uhh-Bahn“ des Background-Chors herrlich an die Stones erinnert. Zum Abschluß wird dem Affen noch mal richtig Zucker gegeben. Lüül schnallt sich die rote Gibson SG um. Der Zeitsprung in die 60er Jahre gelingt mit der Unterstützung von Gustl Lütjens und Mickie Duwe ausgezeichnet. „I’m a believer“ und „Baby, you can drive my car“ fordern die Stimmen. Als dann „H.P. Daniels“ mit „Gloria“ noch einen Auftritt á la Mick Jagger hinlegt, tobt der Saal. Mit „Roll over Beethoven“ wird das rettende Ufer erreicht. Alle Musiker versammeln sich noch ein Mal auf der Bühne. Lüül strahlt!

P.S. Falls jemand einen bekannten Namen vermissen sollte, werde ich ihn gerne nachtragen. Das Konzert wurde von Radio Eins aufgezeichnet und soll irgendwann im Sommer über den Äther gehen.
-Bernd M.-

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